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| Eingestellt von: | Mirjam Bitter |
| Eingestellt am: | 29.02.2012 |
Ohne dass wir uns zwangsläufig zwischen jugendlich geistlicher Beweglichkeit und erwachsener Zuverlässigkeit entscheiden wollen, können runde Geburtstage ein Anlass sein, auf die bisherige Lebenszeit zurückzublicken und daraus Wünsche für die Zukunft abzuleiten. So nehmen auch wir diese Zahl zum Anlass, um zunächst einen Blick zurück zu werfen. Also zuerst ein paar statistische Fakten: Wir haben in diesen 30 Ausgaben insgesamt 365 Rezensionen publiziert, also braucht man mittlerweile ein ganzes Jahr, wenn man jeden Tag eine KULT_online-Rezension liest. Wer des Deutschen nicht mächtig ist und sich auf die 27 englischsprachigen Rezensionen beschränkt, ist schneller durch; allerdings könnte er oder sie zumindest noch die englischen Abstracts lesen, die seit Ausgabe 17 (2008) bereitgestellt werden. Seit 2009 haben wir zudem 18 Tagungsberichte veröffentlicht, wobei die Tatsache, dass vier davon in der aktuellen Ausgabe enthalten sind, für ein zukünftig schnelleres Anwachsen dieser Textsorte spricht. Unsere KULT_bibliographie, die kulturwissenschaftliche Neuerscheinungen auflistet, um Anregungen für potentielle Rezensentinnen und Rezensenten zu geben, hat mittlerweile so viele Einträge, dass wir sie nicht zählen mögen. Stöbern Sie dort doch einfach selbst nach spannenden Büchern. Spannender als die Anzahl ist vielleicht die Frage, welche davon die meistgelesenen (zumindest am öftesten angeklickten) Rezensionen und Tagungsberichte der letzten Jahre sind (die Statistik reicht zurück bis Juli 2009):
Wenn es hingegen darum geht, auf welchen Seiten die Leserinnen und Leser am längsten verweilten, sehen die Top 3 folgendermaßen aus:
Die meisten Suchbegriffe, die zu unserem Magazin führen, lassen ein ernsthaftes kulturwissenschaftliches Interesse an einzelnen Themen oder an bestimmten, von uns rezensierten Büchern erkennen. Ob die Besucherinnen und Besucher unserer Website, die über folgende Sucheingaben zu uns kamen, wirklich zu uns wollten, ist jedoch zumindest nicht ganz eindeutig: 'italienischer käse', 'unmögliche bilder', 'kult gießen online shop', 'was zählt ist aufm platz zitat', 'fick', 'es gibt keine software', 'dem schicksal ein schnippchen schlagen', 'leckn', 'horror gesichter' oder 'angstportal'. Zum Glück sind wir nicht allein auf diese Seitenstatistik angewiesen, um etwas über unsere tatsächlichen Leserinnen und Leser zu erfahren. Die Redaktion oder einzelne RezensentInnen erhalten nämlich persönliche Reaktionen per Mail. Da bedanken sich etwa HerausgeberInnen für die "sehr gut formulierte Rezension" zu ihrem Band, weil die "ausführliche Beschreibung der einzelnen Beiträge sicherlich wesentlich zur Auseinandersetzung mit den Thesen, die der Band beinhaltet, innerhalb der Sozialwissenschaften beigetragen haben". Ein anderer Autor zeigt sich einsichtig, wenn er schreibt, er finde die Besprechung seines Buches "differenziert und im Ganzen durchaus gerecht" und er sei "selbstkritisch genug", in einer zweiten Auflage bestimmte Begrifflichkeiten "zu schärfen, vielleicht auch ein Begriffsglossar anzuhängen". Aber auch wenn es mal weniger harmonisch zugeht, freuen wir uns, wenn KULT_online Schauplatz eines fruchtbaren Streitgesprächs werden kann, wie zuletzt in der Replik einer Autorin auf eine Rezension geschehen. Einige RezensentInnen sind "entzückt", dass Verlage oder online-Buchhandlungen aus ihrer Rezension zitieren und wollen die KULT_online-Redaktion "an dieser Freude teilhaben lassen". Erfreut sind wir selbstverständlich auch über Zuschriften von anderen Zeitschriften und die so in der Zwischenzeit aufgebauten Kooperationen mit anderen Publikationsorganen wie Clio-online, H-Soz-u-Kult, literaturkritik.de oder raumnachrichten.de. Was also hoffen wir nach diesem Rückblick für die Zukunft? Vor allem, dass es so spannend und vielfältig weitergeht. Wir möchten unsere Leserinnen und Lesern weiterhin kompetent und lesenswert über kulturwissenschaftliche Neuerscheinungen informieren. Dabei wollen wir zugleich unsere Rezensentinnen und Rezensenten, die als early career researchers bei uns teilweise ihre erste Rezension verfassen, durch gründliches Lektorat und Austausch über die Textform – ob im eigens dafür angebotenen Rezensionskurs oder per Mail – die Lust und Expertise vermitteln, weitere Publikationen mit einer kritischen Besprechung zu würdigen. Wir möchten nach und nach die vernetzenden Möglichkeiten des Internets weiter nutzen und unsere Kooperationen ausbauen. Und vielleicht werden wir in Zukunft neben Rezensionen und Tagungsberichten in thematischen Sonderausgaben auch Aufsätze präsentieren. Wir freuen uns also auf weitere Jahre und Ausgaben im Zeichen lebendigen kulturwissenschaftlichen Austauschs, und hoffen Sie sind dabei! |
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