Direkt zur zweiten Navigationsebene, fallls vorhanden.Direkt zum Seiteninhalt
Justus-Liebig-Universität Gießen
 
> AUSGABE 26 (2011) Brief Drucker

Bericht zur Tagung »Liebe und Gewalt«

Mediävistisches Kolloquium der Universitäten Bamberg, Bayreuth und Gießen in Hesselberg (Franken), 14.–16. Januar 2011

Ein Bericht von Christoph Schanze

> Konferenzübersicht
Tagung: Liebe und Gewalt - Hesselberg
Bereits zum dritten Mal fand vom 14. bis 16. Januar das gemeinsame mediävistische Kolloquium der Universitäten Bamberg, Bayreuth und Gießen statt, das 2008 ins Leben gerufen wurde, um Examenskandidaten, Doktoranden, Postdoktoranden und Professoren der mediävistischen Fächer (v.a. Germanistik und Geschichte) universitätsübergreifend und jeweils mit einem gemeinsamen thematischen Schwerpunkt miteinander ins Gespräch zu bringen. Nach zwei Kolloquien zu den Themen "Propaganda" und "Gelehrsamkeit" stand das diesjährige Kolloquium unter dem Motto "Liebe und Gewalt", womit zwei Schlüsselbegriffe der mittelalterlichen Literatur beziehungsweise der mittelalterlichen Realität angesprochen sind, an denen sich stets wandelnde Wertevorstellungen und Gesellschaftsbilder manifestieren. Ziel des Kolloquiums war es, sowohl über theoretische Schriften als auch über je einzelne Fälle von schriftlichen Dokumentationen oder literarischen Gestaltungen verschiedene Zugänge zu den Phänomenen und der jeweiligen Wertung oder Instrumentalisierung zu erlangen.

Organisiert wurde das Kolloquium von Martin Fischer, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl von Ingrid Bennewitz (Bamberg), beteiligt waren darüber hinaus Ludger Körntgen und Gerhard Wolf (Bayreuth), Cora Dietl und Christine Reinle (Gießen), sowie als Gäste Horst Brunner (Würzburg), Christoph Fasbender (Chemnitz) und Christoph Huber (Bamberg/Tübingen). Der folgende Bericht zeigt anhand ausgewählter Vorträge die thematischen Schwerpunkte des Kolloquiums auf.

Zwei Vorträge gingen jeweils von einem zum Themenbereich "Liebe und Gewalt" gehörenden symbolträchtigen Gegenstand aus und untersuchten dessen Auswirkungen auf die Handlung: JANINA DILLIG (Bamberg) sprach im Kontext ihres Promotionsprojekts über den Zusammenhang zwischen minne und Gewalt im Tristan Heinrichs von Freiberg, einer der beiden Fortsetzungen aus dem 13. Jahrhundert von Gottfrieds von Straßburg Tristan-Fragment. Zunächst beleuchtete sie die unterschiedliche Darstellung der minne und die variierende Bewertung des Todes von Tristan und Isolde bei Heinrich von Freiburg und Gottfried von Straßburg. Hierbei wurde deutlich, dass sich Heinrichs Fortsetzung zwar eng an Gottfrieds Fragment hält und auch in der Überlieferung meist mit diesem verbunden ist, dass aber eine klare Umdeutung der Tristan-Isolde-minne, vor allem in der Kontrastierung zur höfisch-arthurischen minne, zu beobachten ist. Dabei lässt sich der Zwang des minne-Trankes als Gewaltakt interpretieren. Janina Dillig zeigte schlüssig, dass Heinrich die sexuelle und körperliche Dimension betont, wohingegen die Tristan-minne bei Gottfried auch einen Zug von Freiwilligkeit aufweist. Bei Heinrich hat die Rolle Tristans als Artusritter jedoch Vorrang vor der minne-Thematik, und in der Kombination der minne mit der Artuswelt erweist sich Tristans minne als arthurische minne, die aber die Trankliebe zu Isolde nicht lindern kann: Der Minnetrank behält seine Gewalt. Im Nachruf auf Tristan nach dessen Tod wird seine Ritterlichkeit hervorgehoben, die Schuld an seinem Tod wird dabei der minne zugesprochen. Das Schlussbild des mit einem Rosenstock und einer Weinrebe bewachsenen Grabes von Tristan und Isolde zeigt, dass beide auch über den Tod hinaus unter dem Einfluss des minne-Trankes stehen. Daher wird der Liebestod der Tristan-minne im Epilog als Warnung vor der weltlichen Liebe umgedeutet, das Wunder des blühenden Rosenstocks dient als Symbol der wahren Liebe Christi.

Tagung: Liebe und Gewalt - Christoph Schanze und Cora Dietl
Anhand von Jôrams Gürtel aus dem Wigalois Wirnts von Grafenberg zeigte CHRISTOPH SCHANZE (Gießen) die Polyvalenz dieses 'Dings' auf, das im Spannungsfeld von Liebe, Herrschaft und Gewalt steht und verschiedene narrative Funktionen zugewiesen bekommt. Auf der Handlungsebene wird der Gürtel als "Lockmittel" eingesetzt und dient dazu, die eröffnende Krise des Artushofs auszulösen und gleichzeitig die Ehe der Eltern des späteren Protagonisten Wigalois zu ermöglichen. Auf der Ebene der narrativen Struktur ist er das zentrale Element von Jôrams "Intrige", die eben zu dieser Ehe führt, ist aber zugleich auch der Anstoß für die Haupthandlung und ebnet so der weiteren Erzählung den Weg. Als "Ding-Symbol" ist der Gürtel schließlich polyvalent: Er steht für verschiedene Defizite der Artuswelt, für die Idealität des kontrapunktisch zu verstehenden Jôram-Reichs und zugleich in der Verbindung dieser beiden Sphären für die Idealität und Krisenlosigkeit des Protagonisten Wigalois. Zudem markiert er im weiteren Verlauf der Haupthandlung den Übergang der Erzählung von der Wirkungssphäre der anderweltlichen-positiven Magie zu der des christlich-göttlichen wunders, die mit Wigalois' Eintritt in das Reich des Teufelbündlers Roaz und dem dort herrschenden zouber einhergeht. Am Beginn der Vorgeschichte fungiert er zudem als Meta-Symbol für seine eigene Wirksamkeit. Insgesamt ist der Gürtel im Wigalois, vor allem in der Eltern-Vorgeschichte, ein Kristallisationspunkt für die drei genannten Themenbereiche Liebe, Herrschaft und Gewalt und für die Handlungsstränge, die mit ihnen zusammenhängen.

Einen deutlich historischen Schwerpunkt setzte der Abendvortrag von LUDGER KÖRNTGEN (Bayreuth), der sich anhand von Heinrich III. mit dem Wandel der religiösen Friedensmotivation im 11. Jahrhundert befasste. Einleitend charakterisierte Körntgen das 11. Jahrhundert einerseits als ein Jahrhundert des Friedens ('Gottesfrieden'), andererseits als eines des Krieges (Eroberung Englands durch die Normannen, Investiturstreit, Kreuzzug Papst Urbans III.), innerhalb dessen 'Gewalt' ein Movens für Expansionsbewegungen ist. Die dem entgegengesetzten Friedensbestrebungen Heinrichs III. stehen im Spannungsfeld zwischen dem religiösen Kontext eines in der Selbstinszenierung Heinrichs deutlich werdenden sakralen Königtums und einer politisch motivierten, mit herrscherlicher Autorität und einem 'modernen' staatlichen Gewaltmonopol durchgesetzten Friedensbewegung. Die in verschiedenen Quellen dokumentierten Bußakte des Königs stehen dabei in einem engen Zusammenhang mit der zeitgenössischen Frömmigkeitspraxis und Religiosität, und mit diesen hängen wohl auch Heinrichs Friedensbemühungen zusammen. Diese sind zwar ein Kernbereich des königlichen Tagesgeschäfts, bei Heinrich III. werden sie aber als privat-religiös inszeniertes Anliegen ins Werk gesetzt. Zudem spielt für die religiöse Begründung von Frieden die Gottesfriedensbewegung im 11. Jahrhundert eine wichtige Rolle: Heinrich reagiert damit nicht nur auf konkrete politische Probleme, sondern auch auf religiöse Bedürfnisse.
Tagung: Liebe und Gewalt - Nina Prifling
Mehrere Beiträge befassten sich mit gender-Aspekten: Um "'linke' Frauen und 'rechte' Männer" im Buch von den natürlichen Dingen Konrads von Megenberg ging es im Vortrag von NINA PRIFLING (Regensburg). Sie verdeutlichte, dass ein konstitutives Element der Gesamtkonzeption des Kapitels über den Menschen die Integration verschiedener Diskurssysteme darstellt. Diese verleihen dem Text ein mosaikartiges Gepräge und kommen auch bei der Behandlung der Geschlechterdichotomie zur Anwendung. Aufgrund seiner variierenden inhaltlichen Schwerpunktsetzungen lädt Konrad dazu ein, ihm die unterschiedlichen Rollen eines Wissenschaftlers, Richters, 'Präzeptors' und Physiognomikers zuzuschreiben. Vor allem in den physiognomischen Passagen und im Kontext von Konrads Ausführungen zur Zeugung und zum Geschlechtsakt ist eine dem zeitgenössischen medizinischen Diskurs entsprechende eindeutige Zuordnung des weiblichen Geschlechts zur linken und des männlichen zur rechten Körperhälfte auffällig. Allerdings bleibt in allen vier Bereichen eine durchgängig vorhandene Hintergrundfolie erkennbar: die des theologischen Diskurses. Diese lässt entgegen allen Bemühungen um empirisch-naturwissenschaftliche Korrektheit auch im naturkundlichen Kontext die jahrhundertelang gültige theologische Zementierung der Geschlechterhierarchie und damit die Bestätigung des sozialen Ordnungswissens zu Tage treten. Und so bleibt es letztlich bei den 'linken' Frauen neben den im besten Fall 'rechten' Männern.
Tagung: Liebe und Gewalt - Matthias Däumer
MATTIAS DÄUMER (Gießen) nahm unter gender-Aspekten die Mittelalter-Rezeption in den Prinz Eisenherz-Comics von Hal Forster in den Blick. In seinem sehr unterhaltsamen Vortrag umriss er zunächst drei Typen mittelalterlicher Liebesbeziehungen, wie sie in der volkssprachlichen mittelalterlichen Literatur verhandelt werden: die "heldenepische Konstellation", die von einer männlichen Machtposition geprägt ist und bei einer gender-Transgression durch die Frau in die Katastrophe mündet (Paradigma Nibelungenlied), die "Martenehe-Konstellation", bei der die Machtposition eine anderweltliche Frau innehat, deren Regeln der Mann unterworfen ist, und schließlich die "Artusroman-Konstellation", die durch Mischformen gekennzeichnet ist und bei der der Mann nicht immer die Machtposition innehat; eine gender-Transgression führt hierbei nicht wie bei der heldenepischen Konstellation zwangsläufig zur Katastrophe. Däumer beschrieb dann Fosters Mechanismen der Remythisierung, die von einer dreifachen Zeitstruktur gekennzeichnet sind. Fosters Comic ist geprägt von einer konsequenten Enthistorisierung mittels einer heterochronen Struktur und zahlreichen Anachronismen: Die Motive und Erzählelemente stammen aus dem frühen und hohen Mittelalter, die erzählte Zeit ist dagegen im 5. Jahrhundert angesiedelt. Präsent ist zudem als ideologischer Hintergrund die Bezugnahme auf die aktuelle Zeit der Entstehung des Comics vor dem 2. Weltkrieg. Ein weiteres Element der Remythisierung stellt das Hinzufügen eigener Figuren und die Umdeutung des arthurischen Personals dar, wodurch die Zeitlichkeit des Artushofs aufgehoben wird. Ähnlich frei ist auch Fosters Umgang mit dem Muster der arthurischen minne-Beziehungen. So weist die Eisenherz-Figur in ihrer Zeichnung als femininer und an Tristan erinnernder Künstler-Typus queere Züge auf, seine Geliebte Aleta hat anderweltliche Züge, und im Verlauf der Liebesgeschichte vor der Hochzeit wird die anfänglich heldenepische Liebeskonzeption von einer Martenehe-Konstellation überlagert. Diese gender-Transgression wird dann mehr oder weniger gewaltsam rückgängig gemacht, um die 'normale' gender-Konstellation wiederherzustellen: Die Sturm- und Drang-Phase des Comics endet mit der Geburt von Zwillingen in einem Idealbild der glücklichen Kernfamilie, wie es in den USA der 1940er Jahre gängig war.

HEINRICH HOFMANN arbeitete in seinem Vortrag über "Vorbildhafte Polygamie? Das Eheleben der Türken in Georgs von Ungarn Tractatus de moribus, condictionibus et nequicia turcorum" heraus, wie der Autor die Beschreibung des türkischen Familienlebens nutzt, um die teuflische Verführungskraft der türkischen Kultur zu illustrieren. Dieser Kontext ermöglicht es Georg sogar, die Vielehe zu loben, um die Kontrolle türkischer Männer über bis zu zwölf Ehefrauen der angeblichen Beherrschung christlicher Männer durch ihre Frauen kontrastiv gegenüberzustellen, zumal infolgedessen die Türken ihre Frauen zu maximaler Keuschheit und Demut erzögen, während die Christinnen ihre Schamlosigkeit und Wollust unkontrolliert auslebten.

Mit dem Vortrag von CORA DIETL (Gießen) endete der zweite Tag des Kolloquiums. Sie begab sich auf die Suche nach "Übergängen zwischen Gewalt und Horror im deutschen Artusroman" und widmete sich anhand des Rappoltsteiner Parzivals der Frage, ob es im Artusroman überhaupt 'Horror' gibt. Dabei ging sie zunächst von der Beobachtung aus, dass oft im mittelhochdeutschen Roman Szenen, die eigentlich ein erhebliches Horror-Potenzial hätten (etwa die joie de la court-Aventüre im Erec Hartmanns von Aue), völlig Horror-frei dargestellt sind: Der jeweilige Protagonist nimmt die Ereignisse gelassen hin, die angedrohte Gewalt wird als Herausforderung verstanden, erzeugt aber keinen Horror. Um diesen ersten Befund kritisch hinterfragen zu können, entwickelte Cora Dietl im Anschluss an Hans Baumann und Noël Carroll eine Arbeitsdefinition für den Begriff 'Horror', die sich hauptsächlich an der Reaktion des Rezipienten auf das im Text Dargestellte ausrichtet, die wiederum an die Reaktion positiver menschlicher Gestalten im Text gekoppelt ist. Wichtig ist dabei, dass die Bedrohung für die fiktive Gestalt ein Einbruch des Unerklärlichen in die Erfahrungswelt darstellt, für den Rezipienten dagegen als fiktionale markiert ist und eine kathartische Funktion hat. Anhand von drei Szenen aus dem Rappoltsteiner Parzival konnte Cora Dietl zeigen, dass es auch im Artusroman so etwas wie Horror gibt. Dieser resultiert aus der Spannung zwischen der Sicherheit, die aus dem Glauben in die Allmacht Gottes entspringt, und dem diesem Glauben eingeschriebenen Element des Unfassbar-Unerklärlichen, das insbesondere in der Gestalt des Teufels zu einer Bedrohungsfigur wird. 'Horror'-Szenen, die Szenen einer gelassen hingenommenen Gewaltandrohung gegenüber gestellt werden, können so im arthurischen Roman den Einbruch des unfassbaren Göttlichen in die der Gattungskonvention nach weltliche Handlung markieren. Allerdings hat sich auch gezeigt, wie schwierig es ist, aus unserer modernen Perspektive dem mittelalterlichen Horror und vor allem seiner Funktion vor der Folie eines anders gearteten Weltbildes nachzuspüren. Dazu trägt sicherlich auch das fehlende Wissen über die Reaktionen der Rezipienten bei.
Tagung: Liebe und Gewalt - Konferenzraum
Das Kolloquium endete mit einem Vortrag von CHRISTOPH FASBENDER (Chemnitz) über "Räume der Liebe und Gewalt", der dank seiner breiten Perspektive die einzelnen Themenbereiche des Kolloquiums nochmals prägnant zusammenführte. Fasbender setzte sich dabei deutlich von dem Ansatz von Uta Störmer-Caysa ab, die eine Gleichzeitigkeit von Raumsemantisierung und Erzählung und eine Abhängigkeit der Semantisierung von der Erzählung ansetzt, und ging von einer konsequenten Prä-Semantisierung von Räumen beim Erzählen aus, wodurch er sich dem Thema mit einem konventionellen Raumbegriff und aus einer motiv- bzw. literaturgeschichtlichen Perspektive näherte. Stoffbedingt können Räume schon vor der Erzählung "bestehen", was vor allem bei den aus der keltischen Tradition gespeisten Romanen Chretiens de Troyes der Fall ist. Dagegen gibt es für die mittelhochdeutschen Autoren zunächst keine in dieser Form präexistenten Räume, was zu einer Entmythisierung der Stoffe beiträgt. Zunächst besprach er einen "abseitigen" Raum der Liebe, der in einer altrussischen Byline verhandelt wird. Hier stehen sich mit der im Freien vollzogenen "freien" und positiven Liebe der Eltern einerseits und der durch die Tötung der eigenen Mutter symbolisierten Absetzung des Sohnes von einer solchen Herkunft andererseits zwei Konzepte gegenüber, die beide an Räume gebunden sind. Anhand des Vergleichs der Dido-Episode in Heinrichs von Veldeke Eneasroman, dem altfranzösischen Roman d'Énéas und Vergils Aeneis zeigte Fasbender dann, wie Präsemantisierungen von Räumen abgeändert werden können. Als drittes Beispiel beleuchtete er die Spannung zwischen der ahöfischen Präsemantisierung der minne-Grotte und der positiven Zeichnung der Trank-minne im Tristan Gottfrieds von Straßburg. Als vorläufiges Ergebnis konnte Fasbender festhalten, dass es in den besprochenen Texten präsemantisierte Räume gibt, die aber immer wieder neu besetzt werden. Ein abschließender Blick auf "Räume der Gewalt" anhand des Nibelungenliedes und des Eckenliedes zeigte, dass der "heldenepische" Wald anders konnotiert ist als der Wald im höfischen Roman, der für eine ahöfische Gegenwelt steht.

Insgesamt zeigte sich im Verlauf des thematisch bewusst offen angelegten Kolloquiums die große Bandbreite, in der im Mittelalter die Themenbereiche "Liebe und Gewalt" verhandelt werden: Sie stehen in verschiedenen diskursiven, aber interagierenden Zusammenhängen, schlagen sich in verschiedenen Medien nieder und sind in unterschiedlichen 'Texten' relevant. Das Format eines offenen Kolloquiums für Examenskandidaten, Doktoranden, Postdoktoranden und Professoren, das aber ein für möglichst alle anschlussfähiges Oberthema hat, hat sich wiederum bewährt. Eine Fortsetzung unter dem Titel "Gott und Gewalt" ist im kommenden Wintersemester in Bamberg geplant.

Konferenzübersicht:

Janina Dillig (Bamberg): "Der minnetranc, der twanc ir beider herze – Minne und Gewalt im Tristan Heinrichs von Freiberg"

Daniel Dorsch / Christian Chandon (Bamberg): "'Da reckte der heilige Mann die Hand in die Höhe und versetzte der Dirne mit Kraft einen Kinnhaken' – Sexualität und Gewalt bei Thomas von Cantimpré"

Ludger Körntgen (Bayreuth): "Frieden und Frömmigkeit. Heinrich III. und der Wandel religiöser Friedensmotivation im 11. Jahrhundert"

Marco Mora (Bamberg): "Der verliebte Wikinger. Liebe und Gewalt im Kontext altnordischer Sagaliteratur"

Nina Prifling (Regensburg): "Von 'linken' Frauen und 'rechten' Männern bei Konrad von Megenberg"

Christoph Schanze (Gießen): "Jôrams Gürtel. Ein 'Ding' im Spannungsfeld von Liebe, Herrschaft und Gewalt"

Matthias Däumer (Gießen): "Genderspezifika mittelalterlicher Liebesbeziehungen und deren Rezeption durch Hal Foster"

Benjamin Müller (Gießen): "Mutterliebe unter dem Kreuz. Szenen aus dem Alsfelder Passionsspiel"

Stephanie Seibert (Gießen): "Ein vergleichender Blick auf die Liebenden in Veldekes Eneit und Vergils Aeneis"

Cora Dietl (Gießen): "Übergängen zwischen Gewalt und Horror im deutschen Artusroman"

Heinrich Hofmann (Gießen): "Vorbildliche Polygamie? Das Eheleben der Türken in Georgs von Ungarn Tractatus de moribus, condictionibus et nequicia turcorum"

Christoph Fasbender: "Räume der Liebe und Gewalt"

Brief Drucker del.icio.us-Logo Digg-Logo Mr. Wong-Logo Linkarena Logo

ITSeC FB02 JLU Gießen