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Justus-Liebig-Universität Gießen
 
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Ausgaben/Issues

Liebe Leserinnen und Leser von KULT_online,

pünktlich zum Beginn der vorlesungsfreien Zeit finden Sie hier unsere aktuelle, 34. Ausgabe. Neben zwei Tagungsberichten zu "The Making of the Modern Humanities" bzw. zur Tagung "Fortschritt. Bildung. Kultur. Kritische Theorie heute" haben unsere Rezensentinnen und Rezensenten wieder einmal Neuerscheinungen aus dem weiten Feld der Kulturwissenschaften kritisch gelesen.

Eine Rezensentin hat sich die zum Bestseller avancierte Dissertation Pornotopia von Beatriz Preciado genauer angesehen. Hier geht es darum, wie in der Playboy-Ära Innenarchitektur und Multimedia-Technik mit der Befreiung des heterosexuellen Mannes aus seinem monogamen Ehemann-Dasein zusammenspielen. Mit der Technisierung des Wohnens bereits in den 1920er Jahren beschäftigt sich eine weitere hier besprochene Studie.

Ein Rezensent hat sich die neu herausgegebenen Briefe des Beatles-Musikers John Lennon daraufhin angeschaut, inwiefern sie kulturwissenschaftliche Studien inspirieren könnten. Nicht einem Star, wohl aber einem Starkonzept widmet sich eine Sammelrezension zu zwei Veröffentlichungen, die den kulturwissenschaftlichen Hype um Hybridität wieder zu politisieren und historisch zu kontextualisieren bestrebt sind. Eine Art Come-back scheint derzeit der 'Alt-Star' Karl Marx zu haben, wie zahlreiche Neuerscheinungen zu ihm und vor allem zu seinem Werk und Denken zeigen. Drei davon hat einer unserer Rezensenten genauer in den Blick genommen.

Gegenüber solcher Renaissance unter anderem geschichtlichen Denkens beklagt eine Studie über Kollektive Erinnerung und nationale Identität im Film vielmehr eine Geschichtsvergessenheit in der "Identitätseventkultur". Solche Geschichtsvergessenheit kann man mindestens der Autorin einer Studie über Alltag und Erlebnis eines einfachen Soldaten im Ersten Weltkrieg nicht vorwerfen. Sie präsentiert reichhaltiges Quellenmaterial für diese exemplarischen Erfahrungen zwischen 1914 und 1916 und wertet dieses aus.

Den Fokus auf das Materielle legt auch Martin Scharfe in seinen Studien zum Alltag und zu seiner Erforschung, die er in Signaturen der Kultur vorlegt. Dass sich The Cambridge History of the Book in Britain um so materielle Fragen wie Buchproduktion und -ausstattung kümmert, wäre also sicherlich ganz im Sinne dieses Wegbereiters der materiellen Kulturforschung. Eher Begriffen, Konzepten, Metaphern und klassischen philosophischen Positionen widmet sich hingegen das 2012 erschienene Handbuch Kulturphilosophie. Durch ihre enge Anbindung an die Unterrichtspraxis zeichnen sich wiederum die Beiträge eines hier besprochenen Sammelbandes zur Kompetenzorientierung (nicht nur) im Spanischunterricht aus.

Es warten also wie üblich vielfältige Anregungen auf Sie. Mit der Hoffnung, dass die Lektüre Sie inspiriert, verabschiede ich mich nach knapp fünf Jahren aus der Redaktion von KULT_online. Selbstverständlich werde ich dem Magazin als interessierte Leserin erhalten bleiben. Ab dem Sommersemester wird ein neues GCSC-Teammitglied die Redaktion übernehmen und Sie auch künftig über die Entwicklung von KULT_online informieren.
Mit den besten Wünschen, Mirjam Bitter

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