Liebe Leserinnen und Leser von KULT_online,
im Sommersemester 2012 bietet die
31. Ausgabe von KULT_online wie gewohnt Einblick in aktuelle kulturwissenschaftliche Forschung: zum einen mit drei Tagungsberichten zu
Mobilität zwischen 1500 und 1900, zur
Brežnev-Zeit 1964-1982 sowie zur
Gießener Methodenwerkstatt Bildungsforschung, zum anderen mit 16 Rezensionen.
In seiner Rezension zweier einschlägiger Sammelbände, eines deutsch- und eines englischsprachigen, stellt einer unserer Rezensenten die Frage, ob und wie die
Soziologie dekolonisiert werden soll und kann. Ein anderer bespricht, wie überzeugend ein Vorschlag ausfällt,
Beyond Biopolitics zu gelangen, und auch der Entwurf einer
Performativen Kritik wird von einer Rezensentin daraufhin überprüft, ob er seinen Anspruch einlöst. Noch stärker als politische Intervention denn als theoretischer Entwurf versteht sich ein Sammelband
Zur Kritik der Universität der Gegenwart, der hier ebenfalls vorgestellt wird.
»Wenn man sich mit Raum und Zeit befasst, befasst man sich bei Weitem nicht nur mit Raum und Zeit«, macht ein naturwissenschaftlich-philosophischer Titel zu
Raum-Zeit deutlich. Wie die Autorin einer Studie zur
Kommunikation zwischen Chinesen und Deutschen feststellen konnte, geht es dabei auch bei Weitem nicht nur um Sprachkompetenzen. Und selbst eine auf
Mode in der Renaissance konzentrierte Studie kann nicht nur etwas über Kleidung, sondern ebenso u. a. etwas über die Entwicklung internationaler Beziehungen erzählen.
The Past, Present, and Future of African American Literary History präsentiert eine weitere Sammelrezension zweier literaturgeschichtlicher Veröffentlichungen aus dem vergangenen Jahr. Des Weiteren wird eine neue
Einführung in die Komparatistik auf ihre Tauglichkeit geprüft, eine Studie zu
Verbal Visuality verrät uns, was literarische Bilder über unsere Kultur aussagen, und Hans-Ulrich Gumbrecht will uns verraten, wie
Stimmungen uns einen neuen Zugang zur 'Wirklichkeit der Literatur' verschaffen.
Nicht nur Gumbrecht beschäftigt sich anhand eines Janis Joplin-Songs u. a. mit auditiv erzeugten Stimmungen, einem spezifisch auditiven Code ist ebenfalls eine Studie zum
Holocaust im DDR-Hörspiel auf der Spur.
Ein Sammelband wiederum nimmt
gesellschaftliche Krisen über den Spiegel individueller Lebensgeschichten in den Blick; der Historiker Roger Chickering will hingegen der allumfassenden Krisenwirkung des
Ersten Weltkriegs mit einer "Totalgeschichte" begegnen.
Last but not least beschäftigen sich zwei Rezensionen mit Museen und Ausstellungen: Einmal geht es um eine geschichtliche Darstellung des
Phänomens Museum im langen 19. Jahrhundert, in einer weiteren Studie um
Modelle kuratorischer Praxis in Kunstausstellungen.
Die KULT_online-Redaktion wünscht wie immer eine anregende Lektüre!
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