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Bericht zur Tagung "Zeit-Szenen, Zeit Krisen. Zur Literatur der Annette von Droste-Hülshoff und der ›Biedermeier‹-Epoche"

Tagung der LWL-Literaturkommission für Westfalen und der Droste-Gesellschaft e.V., Akademie Franz-Hitze-Haus Münster, 1.-3. April 2011

Ein Bericht von Christin Grunert

> Konferenzübersicht
 
tagung zeitszenen teaserNachdem die letzte Droste-Tagung, die vor vier Jahren in Meersburg am Bodensee stattfand, die drosteschen Texte unter der Perspektive des spatial turns untersucht hatte, schloss die diesjährige Veranstaltung an diese Thematik an, indem sie nun die Zeitlichkeit und ihre unterschiedliche Konzeptualisierung und Wahrnehmung ins Zentrum rückte. Ausgangspunkt bildete die Annahme, dass Zeit, um sie erfahrbar zu machen, immer räumlich konzeptualisiert wird und in der Zeitlichkeit des sogenannten 'Biedermeier' ähnliche (de)stabilisierende Faktoren auszumachen sind wie in der Raumwahrnehmung.
Bereits am Titel "Zeit-Szenen, Zeit-Krisen. Zur Literatur der Annette von Droste-Hülshoff und der 'Biedermeier'-Epoche" wurde deutlich, welche neuen Akzente die Tagung setzen wollte. Zum einen wurde der Epochenbegriff und damit verbunden die literaturhistorische Positionierung der Autorin problematisiert, zum anderen wurde das drostesche Œuvre sowie ausgewählte Texte ihrer Zeitgenossen (Stifter, Mörike, Raabe, Grillparzer, Heine) in Bezug zu den geistesgeschichtlichen Diskursen des frühen 19. Jahrhunderts gesetzt, die das Phänomen unterschiedlicher Zeitkonzeptionen und Wahrnehmung von Zeitlichkeit reflektieren.
Die literarischen Texte fungierten hierbei als Anschauungs- und Reflexionsraum einer Zeiterfahrung, die jeder Selbstverständlichkeit entbehrt und deren Ausgestaltung weitaus facettenreicher ist, als die von Industrie- und Technikgeschichte einseitig als Beschleunigungskrise konstatierte Problematik. Der geistesgeschichtliche Hintergrund und in ihm die Literatur offenbart den Versuch, dem Raumverlust und der Verunsicherung des Individuums in dem Sinne entgegenzuwirken, dass die Zeit als äußeres, objektives Regulativ angesehen wird, das einen Fixpunkt bietet. Dennoch wird deutlich, wie Walter Erhart in seinem 2008 in der Zeitschrift Euphorion erschienenen Aufsatz "'Das Wehtun der Zeit in meinem innersten Menschen'. Über Biedermeier, Vormärz und die Aussichten der Literaturwissenschaft" herausstellt, dass die Epoche zwischen 1815 und 1848 durch eine Unruhe gekennzeichnet ist, die durch eine aus den Fugen geratene Zeit hervorgerufen wird und die vor Augen führt, dass Zeit eine relationale, von der Gesellschaft hergestellte Dimension ist. Erhart hat mit seinem Vorschlag, die literarischen Texte dieser Zeit im Lichte einer gemeinsamen, tiefenstrukturell wirksamen, diskursiven Disposition, nämlich der "Revolutionierung der Zeiterfahrung" (ebd., S. 140) zu interpretieren, einen neuen Vorstoß gewagt. Die vorwärtsgewandte Vormärzliteratur reagiert auf die Zeitkrise mit einer Ästhetik der Beschleunigung, während die restaurativen Biedermeierautoren um die Bewahrung stabiler fiktiver Räume und Zeiten bemüht sind. Beide Verarbeitungsstrategien sind unterschiedliche Ausprägungen eines Phänomens und spiegeln eine aus dem Rhythmus gekommene Zeiterfahrung wider.
Die LWL-Literaturkommission für Westfalen und die Droste-Gesellschaft e.V. organisierten die Tagung in Zusammenarbeit mit dem Germanistischen Institut der Universität Münster. Die von CORNELIA BLASBERG (Münster) und JOCHEN GRYWATSCH (Münster) geleitete Veranstaltung, hatte sich eine (Re)Lektüre 'biedermeierlicher' Literatur zum Ziel gesetzt, um aus einer interdiskursiven Perspektive zu hinterfragen, welche Modi der Zeiterzeugung diese Texte aufbieten und auf der Basis welcher Diskurse sie dies tun. Die Ergebnisse der Tagung sollen im Droste-Jahrbuch 9 (2011/2012) publiziert werden.
Der vorliegende Bericht zeichnet anhand ausgewählter Vorträge die thematischen Schwerpunkte der einzelnen Sektionen nach.

tagung zeitszenen  haus am seeNach der Begrüßung und Einführung durch die LWL-Kulturdezernentin und die beiden Organisatoren eröffnete MARKUS FAUSER (Vechta) mit seinem Vortrag über die Zeit der Epigonen die erste Sektion "Reflektierte (Geschichts-)Zeit: Problematik und literarische Identifizierung". Im Zentrum dieser Sektion stand zum einen die Darstellung von Vergangenheit und Zukunft und deren Dynamisierung auch vor dem Hintergrund des nach 1815 noch immer relevanten romantischen Modells der Erinnerung. Zum anderen wurde nach der ästhetischen Inszenierung der flüchtigen Gegenwart und des geschichtlichen Kontextes gefragt. Fauser sprach, ausgehend von der Poetik des Epigonalen, die sich im 19. Jahrhundert aus der Arbeit an der Tradition entwickelte, von einer Subjektivitätskritik, die sich auf zweierlei Weisen vollzieht: zum einen in Form von literarischer Selbstreflexion, zum anderen in der Selbsterfahrung des Subjekts, das sich nicht mehr als Identität, sondern vielmehr als Pluralität wahrnimmt. Fauser sieht in der variierenden Wiederholung der Epigonalität eine Möglichkeit, produktiv mit der als problematisch empfundenen Zeit umzugehen und eine Identität herzustellen. Er machte deutlich, dass die Poetik des Epigonalen aus der rückwärtsgewandten Vergangenheitsorientierung resultiert, da die Gegenwart als defizitär empfunden wird und auch die als kontingent erfahrene Zukunft keinen sicheren Rahmen mehr bieten kann. An verschiedenen Gedichten Annette von Droste-Hülshoffs arbeitete Fauser drei unterschiedliche Zeitlichkeitskonzepte heraus, die sich nicht vereinbaren und aufeinander beziehen lassen, sondern parallel zueinander aktiviert werden und Irritationen hervorrufen können. Auf der einen Seite die christliche Zeit, die als Platzhalter für die unsichere Zukunft fungiert, auf der anderen die Perspektive auf die Vergangenheit, die sich zum einen als naturwissenschaftliche Tiefenzeit in vormenschliche Dimensionen der Geologie und Paläontologie erstreckt und zum anderen in Form der Geschichtszeit des Historismus auftritt – beide stellen eine Asymmetrie zwischen unendlicher Vergangenheit und flüchtiger Gegenwart her. Die Unvereinbarkeit der Zeitkonzeptionen wurde auch von WALTER ERHART (Bielefeld) betont, der in seinem Vortrag über Theorien der Moderne sprach. Während die "Westfälischen Schilderungen" auf der Inhaltsebene modernefeindlich erzählen, indem sie bereits vergangene Sitten und Gebräuche als gegenwärtig und von der einbrechenden Moderne bedroht beschreiben, finden sich auf formaler Ebene durch pluralisierte Erzählweisen und -gattungen Ansätze eines Modernenarrativs. Wie Erhart überzeugend ausführte, entwickeln sich aus der Erkenntnis, dass das Vergangene für immer dahin ist und nur in der Erinnerung rekonstruiert werden kann, neue Strategien, um sich "aus der Gegenwart wegzuschreiben".

Die zweite und umfangreichste Sektion beschäftigte sich mit der "Thematisierung von Zeit und Vergänglichkeit (in) der Literatur". Wie mehrere Vorträge deutlich machten, werden einzelne Modelle der Zeitlichkeit, die von unterschiedlichen Diskursen (Geologie, Astronomie, Volkskunde, Religion) inspiriert sind, nicht als jeweils einziges Zeitkonzept wirksam, sondern überlagern einander in den heterogenen Darstellungsweisen in Texten Drostes und ihrer Zeitgenossen und treten mitunter in Konkurrenz.
RÜDIGER NUTT-KOFOTH (Wuppertal) zeigte schlüssig, dass in zahlreichen Droste-Gedichten ein stabiler "Raumort" entworfen wird, der dem lyrischen Ich in einer unsicher gewordenen Zeit als Anker dient. Er beschrieb am Gedicht "Im Moose" die Interaktion räumlicher und zeitlicher Dimensionen. Das lyrische Ich durchläuft im Verlauf des Gedichts alle drei Zeitstufen, doch Gegenwart und Zukunft sind von Vergänglichkeit durchsetzt und die Erinnerungen an bereits Vergangenes dominieren. Durch die Vermischung von Inhalten und Wertigkeiten unterschiedlicher Zeitebenen ist es dem Ich unmöglich, einen zeitlichen Ort zu finden, der es aufhebt. Diese Aporie der zeitlichen Situierung führt zur Auflösung des Ich, die wiederum die Stabilität des Raumes unterläuft und ihn in einen Ort der Todeserfahrung transformiert. Ausgehend von den instabilen Zeiträumen stellte Nutt-Kofoth die Frage nach der biedermeierkonformen Beschreibung von Zeitwahrnehmung und damit verbunden nach der literaturhistorischen Positionierung Annette von Droste-Hülshoffs. Ausgehend von der Beobachtung, dass die Narrative der restaurativen Epoche tendenziell eine Bändigung bzw. Beherrschung der aus den Fugen geratenen Zeit anstreben, man diese jedoch bei den drosteschen Texten selten findet, problematisierte Nutt-Kofoth die Zuordnung Droste-Hülshoffs zum 'Biedermeier'. In ihren Texten ist das lyrische Ich häufig der Fluktuation der Zeit ausgeliefert und wird in eine existentielle Subjektkrise ohne Rettungsaussicht gestürzt. Nutt-Kofoth verdeulichte also, dass ihre Beschreibungsweisen der Zeitwahrnehmung von den Stabilisierungstendenzen der Restaurationsepoche abweichen. In der anschließenden Diskussion wurde eingewandt, dass die Zerrissenheit durchaus ein Signum des Biedermeier ist und Drostes Beschreibung von fluiden Zeitkonzepten einen Versuch darstellt, Auswege aus der Zerrissenheit zu finden. In diesem Zusammenhang wurde auch auf die zahlreichen religiösen Bezüge in Drostes Texten verwiesen, die immer wieder als Rechtfertigungsmodell verwendet werden, um einen Sinnhorizont und somit einen Ankerpunkt für das Subjekt herzustellen.

tagung zeitszenen büsteIn der dritten Sektion stand die "Diskursivierung von Zeit" im Zentrum. Sowohl CLAUDIA LIEBRAND (Köln) als auch PETER SCHNYDER (Neuchâtel) widmeten sich in ihren Vorträgen der Geologie und ihrer Integration in literarische Texte. Liebrand zeigte anhand des Gedichts "Die Mergelgrube", dass die zeitgenössischen naturwissenschaftlichen Theoreme eine Metaphorik anbieten, die von Droste produktiv integriert wird. Sie betonte dabei, dass das verfügbare Diskursmaterial keineswegs seinen eigenen methodischen Regeln unterliege, sondern transformiert in Literatur zu einem Experimentierfeld für Poesie werde.
Mit dem Vortrag von Peter Schnyder endete der zweite Tag der Veranstaltung. Schnyder widerlegte in seinem Vortrag gängige Thesen über den geologischen Diskurs des Biedermeier. Ausgehend von der allgemeinen Ansicht, dass die biedermeierliche Beschäftigung mit Gesteinen und Fossilien aus der Sehnsucht nach Ruhe und Stabilität erwächst und dass durch die Beschäftigung mit der Geologie jegliche Dynamik der verzeitlichten Natur negiert werde, wies er nach, dass in vielen zeitgenössischen Texten (u.a. von Stifter und Droste-Hülshoff) die Dynamik der Steine und damit verbunden die stetigen Veränderungen der Erdoberfläche beschrieben werden. Die Suche nach stabilen Orientierungspunkten in einer sich rasant verändernden Zeit ist nur ein Aspekt der Geologiefaszination, da Theorien über langsame wie eruptive Umwälzungen ebenfalls begeistert rezipiert wurden. Der letzte Punkt seines Vortrages beschäftigte sich mit dem Verhältnis von Glauben und Wissen im Biedermeier und der Sprengung des biblischen Weltbildes durch die Naturforschung ab dem 18. Jahrhundert. Während die Wissenschaftskultur bereits ab 1800 unendliche Zeiträume der Erdgeschichte annahm, reflektiert die Populärkultur und damit verbunden die Literatur diese Erkenntnisse erst sehr viel später. Um seinen Ausführungen Nachdruck zu verleihen, zitierte er aus einem Almanach aus dem Jahre 1811, in dem das aktuelle Jahr noch ausgehend von der Erschaffung der Welt errechnet wurde. Selbst als das wahre Alter der Erde nicht mehr geleugnet werden konnte, wurde im Sinne einer Physikotheologie eine Harmonisierung beider Bereiche angestrebt, indem man die biblischen Schöpfungstage als Metaphern für unendlich längere Zeiteinheiten deutete. Das fundamentale Problem, das durch die Forschung der Geologie entstand und das zu einer tiefen Unsicherheit der Menschheit führte, war die Tatsache, dass die momentan existierende Schöpfung nicht die erste und einzige ihrer Art war, sondern dass es vor ihr bereits Spezies gegeben hatte. Durch die Untersuchung fossiler Arten, die nicht mit noch Lebenden übereinstimmten, gelangte man zu der Gewissheit, dass es Schöpfungsperioden gab, die den Menschen nicht beinhalteten. Die Irritation der anthropozentrischen Weltsicht führte zu einer Multiplikation von Glaubens- und Schöpfungsmodellen, die durch die Möglichkeiten der Dichtung weiter gesteigert wurden.

tagung zeitszenen zwei häuserDie Beiträge der vierten und letzten Sektion "Literatur als Zeitgeberin. Zur Sprachlichkeit der Zeiterzeugung" widmeten sich der vielgestaltigen Metaphorik, die Annette von Droste-Hülshoff verwendet, um Zeitlichkeit darzustellen. Wie CORNELIA BLASBERG (Münster) in ihrer Interpretation des "Ledwina"-Fragments zeigte, verwendet Droste die Konversation als zentrales Motiv, um die Echtzeit als langsam dahinplätschernde Zeit darzustellen. Erzählzeit und erzählte Zeit kommen im Modus der Unterhaltungen, wie sie von den Frauen auf dem Schloss gepflegt werden, zur Deckung und intensivieren dadurch das Warten der beiden jungen Frauen auf ihre bevorstehende Hochzeit, die von der einen ersehnt, von der anderen mit Schrecken erwartet wird. Die geregelten Zeitverhältnisse im naturhaften, insularen Schloss geraten erst durch den Kontakt mit den Männern und deren modernem Habitus durcheinander. Wie Blasberg überzeugend argumentierte, stellt die einbrechende Moderne eine Bedrohung für die "gegenderte Ordnung der Zeit" auf dem isolierten Schloss dar.
ANKE KRAMER (Wien) konzentrierte sich in ihrem Vortrag auf die Wassermetaphorik als Veranschaulichung der Zeit in Drostes Gedicht "Im Moose". Sie beschrieb, wie Wasser durch seine strukturlose Gestalt als Metapher für Erinnerung verwendet wird. In seiner flüssigen Form kann es einen Zusammenhang zwischen Vergangenheit und Zukunft herstellen, indem es die Zeit als Kontinuum erfahrbar macht. Das lyrische Ich wird ununterscheidbar von dem es umgebenden Wasser und kann so im Modus der Erinnerung von einer Zeitebene in die andere fließen. Die Zeitwahrnehmung des lyrischen Ichs, das in der Gegenwart fixiert ist, während sich Zukunft und Vergangenheit auflösen, kontrastierte Kramer mit Franz Grillparzers Erzählung Der arme Spielmann, wo die Gegenwart als verflüssigt dargestellt wird.

In der Abschlussdiskussion wurde betont, wie gewinnbringend es für die Droste-Forschung sei, literarische Texte diskursgeschichtlich zu kontextualisieren, da sie nicht nur als Reservoir von Wissen dienen, sondern sich auch defensiv zu Diskursen verhalten oder sie produktiv weiterentwickeln. Die beschleunigte Entwicklung und Auffächerung der unterschiedlichen Diskurse wird in die literarischen Darstellungsweisen übernommen. Die Literatur der 'Biedermeierzeit' erzählt tendenziell schneller und heterogener, obwohl zugleich im Detailrealismus auch die Langsamkeit als Narrativ entdeckt wird.
Durch die Wahl der Referenten, die alle keine dezidierten Droste-Forscher sind, gelang es den Veranstaltern, für neue Impulse zu sorgen. Drostes Werk wurde in Bezug gesetzt zu ihren Zeitgenossen und in seinen kulturellen und wissen(schaft)sgeschichtlichen Rahmen eingebettet.

Das kulturelle Rahmenprogramm der Veranstaltung war ebenfalls sehr gelungen. Bei strahlendem Sonnenschein wurde die Wasserburg Hülshoff, das Geburtshaus Annette von Droste-Hülshoffs, und das Rüschhaus, der Witwensitz der Familie, in dem sich das Schreibzimmer der Autorin befindet, besichtigt. Abends folgten dann Rezitationen ausgewählter Gedichte Droste-Hülshoffs, die von ihren Kompositionen und modernen Vertonungen umrahmt wurden.


Konferenzübersicht:

Begrüßung und Einführung
Barbara Rüschoff-Thale (LWL-Kulturdezernentin)
Jochen Grywatsch (LWL-Literaturkommission, Droste-Gesellschaft)
Cornelia Blasberg (WWU Münster, Droste-Gesellschaft)

Sektion I: Reflektierte (Geschichts-)Zeit: Problematik und literarische Identifizierung
Markus Fauser (Vechta): "Zu früh oder zu spät geboren? Die Zeit der Epigonen"
Walter Erhart (Bielefeld): "Die 'Bilder aus Westfalen' und die Theorien der Moderne"
Ulrike Vedder (HU Berlin): "Testamentarische Zeitstrukturen in Annette von Droste-Hülshoffs Werken"
Jochen Grywatsch (Münster): "'Entwürfe werden aus Entwürfen reif'. Droste anders ausstellen. Ein Plädoyer"

Sektion II: Thematisierung von Zeit und Vergänglichkeit (in) der Literatur
Barbara Thums (Tübingen): "Zeitschichten. Abstieg ins Totenreich bei Annette von Droste-Hülshoff und Adalbert Stifter"
Rüdiger Nutt-Kofoth (Wuppertal): "'Im Gestern halb und halb im Heute'. Aporien temporaler Situierung bei Annette von Droste-Hülshoff"
Marcus Twellmann (Konstanz): "'Schreib auf, was Du weißt'. Zur Rettungs-Ethnographie der Annette von Droste-Hülshoff"
Jürgen Gunia (Münster): "Schattenzeiten. Sonnenfinsternis als Ereignis bei Annette von Droste-Hülshoff und Adalbert Stifter"

Exkursion zum Rüschhaus und zur Burg Hülshoff.

Sektion III: Diskursivierung von Zeit. Zeit-Diskurse in der Literatur
Claudia Liebrand (Köln): "Versteinerte Zeit. Petrefakte bei Droste, Mörike und Raabe"
Peter Schnyder (Neuchâtel): "Der Abgrund der Zeit. Geologie und Genesis im Biedermeier"

Konzert und Rezitation im Erbdrostenhof Münster
"In meiner Träume Zauberturm. Texte und Kompositionen der Annette von Droste-Hülshoff im Dialog mit modernen Vertonungen"
Burkhard Mohr (Komposition und Klavier)
Marlene Schober (Sopran)
Sabine Negulescu (Rezitation)

Sektion IV: Literatur als Zeitgeberin. Zur Sprachlichkeit der Zeiterzeugung

Cornelia Blasberg (Münster): "Annette von Droste-Hülshoffs Romanfragment 'Ledwina'"
Anke Kramer (Wien): "Hydrographien der Zeit. Wasser als Modell der Zeitkonzenption bei Droste-Hülshoff, Grillparzer und Heine"
Matthias Erdbeer (Münster): "'Ein Stück Zeit'. Präsenzontologien und temporale Evidenz im Biedermeier"

Zusammenfassung, Schlussbetrachtung, Informationen, Feedback, Verabschiedung


© bei der Autorin und bei KULT_online/ Bilder: Christin Grunert