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Bericht zur Tagung "widerständiges denken – politisches lesen / thinking – resisting – reading the political"

veranstaltet vom International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC), Justus-Liebig-Universität Gießen; gefördert durch die Gießener Hochschulgesellschaft, das Zentrum für Medien und Interaktivität der Justus-Liebig-Universität Gießen und den Präsidenten der Justus-Liebig-Universität Gießen, 11.-14.11.2010, Gießen

Ein Bericht von Philipp Schulte


> Konferenzübersicht

Tagung: thinking - resisting- reading the political
Vom 11. bis zum 14. November 2010 wurden an der Universität Gießen die beiden thematisch verschwisterten und daher auch kooperierenden Tagungen "thinking – resisting – reading the political" des International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) und "Dance, Politics and Co-Immunity" des neu gegründeten Masterstudiengangs für Choreographie und Performance ausgerichtet. Beide Konferenzen fanden zeitgleich statt und stellten die Frage nach den Verbindungen von Kunst und politischen Handlungsmöglichkeiten. Während sich die GCSC-Tagung vor allem dem Begriff des Widerständigen in unterschiedlichen Kunstformen wie Theater, Literatur und Film widmete, drehte sich die Tagung des Masterstudiengangs um die Fragestellung, auf welche Weisen mit dem tanzenden Körper im öffentlichen (Bühnen-)Raum Politik gemacht wird und wurde und wann er politisch war und ist. Die Programme beider Tagungen ergänzten und überschnitten sich durch gemeinsame Keynote-Speaker und Diskussionsrunden. Dieser Bericht ist den Veranstaltungen von "thinking – resisting – reading the political" gewidmet.

Welche Perspektiven und Methoden bietet avancierte Kulturtheorie zum Verständnis politischer Diskurse und zur Analyse ästhetischer Thematisierungen und Performanzen von Widerstand? Die internationale und interdisziplinäre Tagung "thinking – resisting – reading the political" hat Theater-, Literatur-, Medien-, KunstwissenschaftlerInnen, KulturtheoretikerInnen, SoziologInnen und PhilosophInnen zusammen gebracht, um gemeinsam die Möglichkeiten und Grenzen gegenwärtiger Beschreibungsmodelle und Sichtweisen zu diskutieren und neue Ansätze zu erproben. Es wurde jeweils zugleich gefragt, welche wissenschaftlich beschreibbaren Formen widerständiges Denken annehmen kann und wie Widerständigkeit überhaupt als Gegenstand theoriefähiger Konzepte gedacht werden kann; wie das Politische als Qualität bestimmte Lektüreangebote auszeichnen kann und welche Verfahren für eine politische Lektüre zur Verfügung stehen, die sich im Sinne einer wissenschaftlichen Sensibilität und Adäquatheit gegenüber den Themen und zu denkenden Ordnungen des Politischen versteht. Ziel war es, neben der kritischen Reflexion theoretischer Angebote stets die Frage nach deren spezifischen Konsequenzen für die wissenschaftliche Praxis und für die Analyse einzelner Kunstwerke bewusst zu halten: Kann es Methoden einer wissenschaftlichen Lektüre des Politischen geben? Lässt sich der Umgang mit immer schon im Auflösen begriffenen und in dieser Weise in doppelter Hinsicht resistierenden Kategorien und Differenzierungen überhaupt als Methode beschreiben?

Jacques Rancière
Bedeutet Aktion die Erfüllung einer Funktion oder ist sie der Ausdruck unbewusster Kräfte? Welche Art von Körper ist der performende Körper? Was ist die Verbindung zwischen Leben und Organismus, Aktion und Willen, Maschine und Kunstfertigkeit, Kunstfertigkeit und Spiel? Und was sind die politischen Implikationen, die dieses Spannungsfeld mit sich bringt? Diesen Fragen ging der französische Philosoph JACQUES RANCIÈRE (Paris) in seinem Eröffnungsvortrag "Doing or Not Doing: Politics, Aesthetics, Performance" nach. Ausgehend von Körperbildern auf zwei Plakaten früher Stummfilme widmete sich Rancière den Verbindungen und Gegensätzen zwischen Kunst in der Moderne (in der performativer Ausdruck die Repräsentation ersetzen soll) und moderner Politik (in der Kunstformen und Lebensformen in Übereinstimmung gebracht werden sollen).
 
Erin Manning und Brian Massumi.jpg
In einem zweiten Eröffnungsvortrag stellten ERIN MANNING und BRIAN MASSUMI (Montréal) ihr Konzept einer "environmental awareness" vor. Basierend auf ihren Erfahrungen im Umgang mit Autisten und deren Wahrnehmungsweise schlugen die Philosophin und der Kommunikationswissenschaftler in ihrem Vortrag "Coming Alive in a World of Texture: For Neurodiversity" vor, zu unterscheiden zwischen einem immersiven, umfeldabhängigen Bewusstsein, welches seine Umgebung als komplexes relationales Feld wahrnimmt, und einem subtraktiven Bewusstsein, welches einzelne Objekte in ihrer jeweiligen Qualität von ihrer Umgebung unterscheidet.

Den zweiten Konferenztag eröffnete der Medienwissenschaftler FRIEDRICH BALKE (Weimar) mit seinem Beitrag "All in Good Time? Fiction and the Possibility of Historic Events". Darin setzte er sich mit moderner Historiographie auseinander und ihrem Bestreben zu definieren, was als legitime mimetische Assimilation von Ereignissen und Handlungen in einer bestimmten Epoche gelten kann und was nicht. Widerstand gegen diese Vorgehensweise sieht Balke in fiktionaler Literatur (z. B. bei Borges), welche sprachliche Äußerungen von den als gesichert geltenden historischen Möglichkeitsbedingungen und diskursiven Regimen ablöst und auf diese Weise den Grundsatz in Frage stellt, etwas könne nur in der ihm adäquaten Zeit geschehen.
Tagung: Mythos und Geschichte - Kragel u. Moshövel
Über "The Faith of the Faithless – Experiments in Political Theology" machte sich in einem dritten Plenarvortrag der Philosoph SIMON CRITCHLEY (Essex/New York) Gedanken. Wie kann das politische Subjekt mit einer gegenwärtigen Situation umgehen, in der politisches Handeln scheinbar direkt aus metaphysischen Konflikten motiviert ist? Welche Rolle spielt Gewalt in diesem Zusammenhang? Critchley schlug eine Vereinigung zweier möglicher Reaktionen auf diese Entwicklung vor: eine Verteidigung säkularer Tendenzen und gleichzeitig die aktive Kenntnisnahme eines allmählich stärker werdenden Theismus.

Der Philosoph ANDREAS HETZEL (Darmstadt) untersuchte in seinem Beitrag "Resistance Speaks: Languages of Resistance" die Rolle performativer Sprechakte bei einer möglichen Re-Strukturierung politischer Machtfelder. In einem Katalog rhetorischer Verfahren des widerständigen Sprechens verortete er das Potential zu einer Neuaufteilung des Sinnlichen im rancièrschen Sinn, bei der auch diejenigen zu Sprecher-Subjekten werden können, die bislang – unsichtbar – keinen Anteil an jener Aufteilung hatten.
Im Rückgriff auf Überlegungen Alan Badiou hinterfragte anschließend der Philosoph FRANK RUDA (Berlin) in seinem Vortrag "Thinking Politics Concretely: Negation, Affirmation and the Dialectics of Dialectics and Non-Dialectics" die Bemühungen von u.a. Foucault und Deleuze, ein rein dialektisches Denkmodell zu überwinden. Rudas Vorwurf an die Poststrukturalisten ist, dass auf diese Weise lediglich ein pseudo-nondialektisches Denken ermöglicht wird, welches die konkrete Analyse konkreter Situationen verhindert. Dagegen stellte er sein Konzept der determinierten Affirmation, welche die Abstraktheit eines reinen nicht-dialektischen Zugangs überwindet und stattdessen eine Dialektik zwischen dem Dialektischen und dem Nicht-Dialektischen etablieren könne.

In seinem Vortrag "Critique of the Ontological Illusion. Rethinking the Relation between Art and Politics" plädierte der US-amerikanische Philosoph GABRIEL ROCKHILL (Philadelphia) dafür, die 'ontologische Illusion', die seines Erachtens das Verhältnis zwischen Kunst und Politik belastet, zu erkennen, zu erklären und zu vermeiden. Rockhill definiert Kunst und Politik nicht als festgeschriebene Gegebenheiten, sondern als soziohistorische Praktiken, deren konkrete Analyse im Sinne eines 'radikalen Historizismus', der auch die Position des Analytikers historisiert, die Aufgabe einer zeitgenössischen Kulturwissenschaft wäre.
Der deutsche Philosoph DIETER MERSCH (Potsdam) hielt anschließend einen Vortrag über "The Political and the Violent. On Resistances". Darin lieferte er einen Überblick über die moderne Entwicklung des Begriffs des Politischen im Zusammenhang mit der Rolle von Gewalt und ging von einem Auseinanderfallen intentionaler Illokution und unabsehbarer Perlokution für politisch relevante Sprechakte aus: In einer stets tragischen Selbstverfehlung könnten sie nicht umhin, Gewalt zu empfangen und auszuüben.
 
Tagung: Mythos und Geschichte - Kirche 1
Nach diesen grundlegenden Überlegungen zur theoretischen Auseinandersetzung mit Überschneidungen des Politischen und des Ästhetischen war der dritte Tag Betrachtungen zu einzelnen Kunstformen, Traditionen und Phänomenen und damit auch den schwierigen Fragen nach praktischen Konsequenzen für die Einzelanalyse gewidmet.

Den dritten Tag eröffnete der österreichische Philosoph OLIVER MARCHART (Luzern) mit seinem Vortrag "Dancing Politics. Some Reflections on Commonality, Choreography and Protest". Darin legte er einen Fokus auf die lusterzeugende Seite von Protest und Widerständigkeit und belegte das mit Beispielen jüngster Protestkultur und 'taktischer Frivolität'. Politische Akte, die für Marchart immer taktisch und niemals spontan sind, die immer vor einem antagonistischen Hintergrund und gemeinschaftlich erfolgen, seien – so das Argument im Anschluss an Arendt – auch schon in gegenwärtigen demokratischen Zusammenhängen möglich und sollten nicht auf einen unbestimmten zukünftigen Moment verschoben werden.

Der Theaterwissenschaftler NIKOLAUS MÜLLER-SCHÖLL (Hamburg) zeigte in seinem Vortrag "Plus d’un rôle. On the Politics of Playing Together and Performance Practices" verschiedene Strategien des zeitgenössischen Theaters und der Performance Art, mit aus dem 18. Jahrhundert und seiner politischen Neuorientierung überlieferten Vorstellungen von Rollen- und Figurenpsychologie umzugehen und sich damit verbundenen Vorstellungen des souveränen Bühnenschauspielers zu widersetzen. Dabei nahm er einen dezidiert methodenskeptischen Standpunkt ein und sprach sich dafür aus, ästhetische Phänomene nur je konkret und als singuläre Vorkommnisse zu betrachten.
Die Philosophin JULIANE REBENTISCH (Frankfurt/M.) setzte sich anschließend in ihrem Beitrag "Realism Today. Art, Politics, and the Critique of Representation" mit der Rolle des Realismus in der zeitgenössischen Kunst auseinander. Die dem Realismus verpflichtete oder dokumentarische künstlerische Umsetzung eines Themas ist immer schon ethischen und politischen Anforderungen ausgesetzt – doch zugleich beansprucht sie, exemplarisch einen Teil der Realität zu repräsentieren und damit transformierbar zu machen. Verortet in diesem dialektischen Spannungsfeld versteht Rebentisch Realismus als repräsentationskritische und somit politische Kunstform.

In seinem Beitrag "Transatlantic Decadence: Aesthetics and Politics" überdachte der US-amerikanische Romanist BRUNO BOSTEELS (Ithaca) die Strömungen der Dekadenz und des Dandyismus in Europa und Südamerika. Er legte die These dar, dass das europäische Phänomen der Dekadenz nicht losgelöst von der Dynamik kolonialer Expansion betrachtet werden kann, sondern vielmehr das Verhältnis zwischen Zentrum und Peripherie grundsätzlich neu konzipiert werden müsse.
Der Komparatist STEPHAN PACKARD (München) widmete sich in seinem Vortrag "Why are Story Arcs Dark and Gritty? Ethics and the Political in Serial TV and Video Aesthetics" der ästhetischen Entwicklung zeitgenössischer Fernsehserien wie Dexter. Dabei fragte er nach den politischen Dimensionen der Koexistenz zweier Tendenzen, einerseits dem hohen Grad an kontinuierlichem Storytelling und andererseits dem Versprechen eines ethischen Pessimismus.

Kritischen Positionen zu den bislang besprochenen Ansätzen war der letzte Tag der Konferenz vorbehalten. Ihn eröffnete der Literaturwissenschaftler WIM PEETERS (Dortmund) mit seinem Vortrag "Contesting 'the Democratic Chattering of the Letter'". Politics of Comment in 20th Century Literature". Darin zeigte er anhand von Hermann Brochs Roman Der Tod des Vergil, inwieweit das „demokratische Geschwätz des Briefes“ (Rancière) die Unterscheidung zwischen der poetischen und der kritischen Funktion von Literatur unterwandert.
In seinem Vortrag "It Is, As If. Fiction, Aesthetics, and the Political" verteidigte anschließend der Philosoph JOSEF FRÜCHTL (Amsterdam) das idealistische Konzept des Als-ob sowohl zur Beschreibung von Fiktion als auch von einer Vorstellung von Vertrauen, welche – zugleich fiktional und fundamental – im Anschluss an Kant notwendig sei, um Denkfiguren wie Konsens oder Gemeinschaft zu rehabilitieren. Das ästhetische Urteil in seiner Struktur des Als-ob biete einen Rahmen, in dem das Politische der Bereich werden kann, welcher eine solch utopisch-antizipatorische Erscheinung von Gemeinschaft denkbar werden lässt.
Zum Ende der Tagung präsentierte der Philosoph ARMEN AVANESSIAN (Berlin) seinen Vortrag "Reading Political Theories’ Readings". Darin ging Avanessian der Frage nach, ob und inwieweit die Betrachtung von Arbeiten der Visual Arts eine gesteigerte Bedeutung in den Debatten politischer Theorie gerade dort erfahren, wo diese vor allem an Beispielen sprachlichen Erzählens konzipiert wurde, und welche Konsequenzen das mit sich bringt. Dabei beschäftigte er sich auch mit der Frage, welche Verbindung es gibt zwischen politischer Theorie und den Kunstformen, mit denen sie sich prädestiniert auseinandersetzt.
Tagung: thinking - resisting- reading the political_Anneka Esch-van Kan
Besonders die Zusammenlegung dieser Tagung mit der internationalen tanzwissenschaftlichen Konferenz "Dance, Politics ? Co-Immunity", deren Vorträge in diesem Bericht nicht berücksichtigt sind, hat sich als sehr erfolgreich erwiesen. Die beiden thematisch ähnlich gelagerten Veranstaltungen ergänzten sich auf mehreren Ebenen. Die gemeinsamen Keynote-Vorträge und das abendlich stattfindende Performance-Programm am Giessener Institut für Angewandte Theaterwissenschaft bildeten die Grundlage für lebhafte Diskussionen in und außerhalb der Panels. Die Möglichkeit, unterschiedliche prominente Positionen zu den politischen Möglichkeiten von Kunst in ihren verschiedenen Ausprägungen (es gab Vorträge zu Theater, Tanz, Literatur, Bildender Kunst, Musik, Film und Fernsehen) kennenzulernen sowie die gleichzeitig stattfindende philosophische Reflexion darüber mitzugestalten, führte zu einer lebendigen Atmosphäre des Austauschs weit über die Grenzen der einzelnen Disziplinen hinweg.

Eine Publikation der Konferenzbeiträge ist geplant.
  

Konferenzübersicht:

Grußworte:
Eva Burwitz-Melzer (Vizepräsidentin Justus-Liebig-Universität Gießen)
Heiner Goebbels (Geschäftsführender Direktor Institut für Angewandte Theaterwissenschaft, Präsident Hessische Theaterakademie)
Martin Zierold (Geschäftsführung Graduate Centre for the Study of Culture)
Chair: Philipp Schulte (Gießen)

Einführungen:

Gerald Siegmund (Gießen)
Anneka Esch-van Kann (Gießen)
Chair: Philipp Schulte

Keynotes:
Jacques Rancière (Paris): "Doing or Not Doing: Politics, Aesthetics, Performance"
Chair: Stephan Packard (München)

Erin Manning / Brian Massumi (Montréal): "Coming Alive in a World of Texture: For Neurodiversity"
Chair: Stefan Hölscher (Gießen)

Simon Critchley (Essex/New York): "The Faith of the Faithless – Experiments in Political Theology"
Chair: Gerald Siegmund (Gießen)

Oliver Marchart (Luzern): "Dancing Politics. Some Reflections on Commonality, Choreography and Protest"
Chair: Hubertus Büschel (Gießen)

Weitere Vorträge:

Friedrich Balke (Weimar): "All in Good Time? Fiction and the Possibility of Historic Events"
Chair: Martin Zierold (Gießen)

Andreas Hetzel (Darmstadt): "Resistance Speaks: Languages of Resistance"
Chair: Wim Peeters (Dortmund)

Frank Ruda (Berlin): "Thinking Politics Concretely: Negation, Affirmation and the Dialectics of Dialectics and Non-Dialects"
Chair: Wim Peeters (Dortmund)

Gabriel Rockhill (Philadelphia): "Critique of the Ontological Illusion. Rethinking the Relation between Art and Politics"
Chair: Stephan Packard (München)

Dieter Mersch (Potsdam): "The Political and the Violent. On Resistances"
Chair: Stephan Packard (München)

Nikolaus Müller-Schöll (Hamburg): "Plus d’un rôle. On the Politics of Playing Together and Performance Practices"
Chair: Jörn Etzold (Gießen)

Juliane Rebentisch (Frankfurt/M.): "Realism Today. Art, Politics, and the Critique of Representation"
Chair: Jörn Etzold (Gießen)

Bruno Bosteels (Ithaca): "Transatlantic Decadence: Aesthetics and Politics"
Chair: Birte Christ (Gießen)

Stephan Packard (München): "Why are Story Arcs Dark and Gritty? Ethics and the Political in Serial TV and Video Aesthetics"
Chair: Birte Christ (Gießen)

Wim Peeters (Dortmund): "Contesting 'the Democratic Chattering of the Letter'. Politics of Comment in 20th Century Literature"
Chair: Hubertus Büschel (Gießen)

Josef Früchtl (Amsterdam): "It Is, As If. Fiction, Aesthetics, and the Political"
Chair: Hubertus Büschel (Gießen)

Armen Avanessian (Berlin): "Reading Political Theories‘ Readings"
Chair: Hubertus Büschel (Gießen)