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Bericht zur Tagung "Kulturanalyse im zentraleuropäischen Kontext"

Internationale Graduiertenkonferenz, Universität Wien, 24.-26. September 2009

Ein Bericht von Mirjam Bitter


> Konferenzübersicht

 

Kulturanalyse im zentraleuropäischen Kontext
Am 18. Oktober 2009 erhielt Claudio Magris den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Zugleich gerieten damit seine Studien über das habsburgische Mitteleuropa wieder ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Indirekt dem "Wiederentdecker Mitteleuropas" (wie der Laudator Karl Schlögel Magris nannte) geschuldet, war auch die nunmehr siebente Internationale Graduiertenkonferenz Kulturwissenschaften an der Universität Wien, die sich knapp einen Monat vor der Auszeichnung des triestinischen Germanisten der "Kulturanalyse im zentraleuropäischen Kontext" widmete. Die Graduiertenkonferenz wurde wie in den vergangenen Jahren von der AG Kulturwissenschaften/Cultural Studies, den Instituten für Germanistik und Zeitgeschichte sowie dem Initiativkolleg "Kulturen der Differenz" der Universität Wien in Kooperation mit der Universität Zagreb und der Slowenischen Akademie der Wissenschaften in Ljubljana veranstaltet. Die von WOLFGANG MÜLLER-FUNK (Wien), FRANK STERN (Wien), MARIJAN BOBINAC (Zagreb) und OTO LUTHAR (Ljubljana) geleitete Konferenz hatte sich zum Ziel gesetzt, den radikalen Veränderungen im zentraleuropäischen Kontext nach 1989 sowie den historischen Bruchlinien in der Geschichte der ehemaligen sozialistischen Länder nachzugehen. Dabei wurde der Fokus u. a. auf Fremd- und Eigenbilder, Gedächtnis und Erinnerung, politische Transformationen und kulturellen Wandel, aber auch auf Fragen nach dem Verhältnis von Zentrum und Peripherie gelegt.
Die Auswahl der Vortragenden setzte implizit den Konferenzort Wien als Zentrum. In seiner Begrüßung betonte Müller-Funk, dass es den Organisator_innen (neben den genannten Professoren verdankte die Konferenz ihren reibungslosen Ablauf INGO LAUGGAS, DANIELA FINZI und EMILIJA MANČIC) gelungen sei, Referent_innen aus allen Nachbarländern Österreichs zu gewinnen. Wenn Kulturanalyse im zentraleuropäischen Kontext also letztlich bedeute, das "wir über uns" reden, so der in den letzten Jahren vor allem durch seinen Begriff der "Erzählgemeinschaft" bekannte Germanist und Kulturwissenschaftler, nehme die Konferenz gleichzeitig eine Ausweitung des Zentraleuropabegriffes vor, indem sie in dieses "wir" auch Vortragende aus Norwegen und Portugal einschließe und damit gewissermaßen die extremen Ränder Europas in die Mitte hole.
Je nach Perspektive und narrativer Einbettung lässt sich ein solcher Zugang auch als Dezentrierung des (ohnehin nicht eindeutig definierten oder definierbaren) Zentraleuropabegriffes lesen. Darüber hinaus bedarf die räumliche Zuordnung der Referent_innen zu allen Nachbarländern Österreichs der zeitlichen Bestimmung des Heute, da – wie in der Wissenschaft üblich – bei vielen gebürtige Herkunft, Bildungsweg und aktuelle universitäre Zugehörigkeit keineswegs einer einzigen Nation zuzuordnen sind. Selbst im Heute bleiben diese vielfachen Zugehörigkeiten simultan erhalten, und die jeweilige räumliche Zuordnung ist nur eine mehrerer Möglichkeiten.
Ruth Wodak
Ihre ehemalige Zugehörigkeit zum Konferenzort, der Universität Wien, beeinflusste auch RUTH WODAK. Die Professorin für Discourse Studies an der Lancaster University hatte spontan beschlossen, ihre Keynote über die Konstruktionen europäischer Identitäten und die Konsequenzen des hegemonialen Multilingualismus in der EU doch auf Deutsch zu halten, alles andere käme ihr hier und jetzt seltsam vor. Damit war sie sogleich beim Thema Mehrsprachigkeit und situationsbedingter Sprachwahl angekommen. Anschaulich verdeutlichte sie, wie das Bild EU-ropas als 'Babel' topisch für eine Debatte um Mehrsprachigkeit steht, in der metaphorisch ein Sprachenkrieg entworfen wird. Mit Bourdieu könne man Europa hingegen vielmehr als linguistischen Markt beschreiben, auf dem verschiedene Sprachen unterschiedlich viel wert sind, weshalb sich die Fragen stellen lassen: Wer ist in die Mehrsprachigkeit eingeschlossen, wer ausgeschlossen? Ist Mehrsprachigkeit an sich das Ziel, oder geht es faktisch vielmehr um eine hegemoniale Mehrsprachigkeit? Auf der Werteebene, auf der die Bedeutungen des Begriffs 'Europa' konstruiert werden, auf der Organisationsebene mit den konkreten Sprachverwendungen in verschiedenen europäischen Institutionen sowie auf der geographischen Ebene, die durch vielfältige Grenzziehungen sowohl innerhalb der EU als auch nach außen gekennzeichnet ist, ging Wodak auf Sprache als symbolischen Akteur ein. Besonders plastisch und zumindest aus außerösterreichischer Perspektive amüsant war in diesem Zusammenhang das Beispiel des so genannten Marmelade-Kriegs, den die österreichische Boulevardpresse gegen EU-Sprachregelungen führte. Dabei ging es erstens um die 'Macht im Diskurs', also darum, wer das Bestimmungsrecht hat, was etwas bedeutet, zweitens um die 'Macht über den Diskurs', also welche Gruppen, Narrative und Sprachen überhaupt sichtbar werden, Raum haben und wie Sprachkompetenz als gate keeper für bestimmte Machtpositionen fungiert, sowie drittens um die 'Macht des Diskurses' im Foucault’schen Sinne. Da nur 51 Prozent der Europäer Englisch sprechen können (und nur 32% Deutsch, 26% Französisch, 16% Italienisch, 15% Spanisch, 10% Polnisch, 7% Russisch, alle anderen Sprachen liegen deutlich unter 7%), ist Übersetzung wichtig für die Kommunikation in Europa und dessen Organisation. Deshalb lasse sich in offiziellen Dokumenten jüngerer Zeit eine Tendenz ausmachen, Mehrsprachigkeit nicht mehr bloß als ideellen Wert (Mittel)Europas anzusehen, sondern wirtschaftssprachlich als necessary skill.

Von der Soziolinguistik wechselte das erste Panel, moderiert von MARIJAN BOBINAC (Zagreb), zur Literatur. Gerahmt wurde es von Genrefragen, nämlich PETRA ŽAGAR-ŠOŠTARIĆS (Rijeka) Vorstellung ihres Dissertationsprojekts zu Popkultur und Popliteratur sowie MILKA CARS (Zagreb) luzidem Vortrag zum Dokumentarroman.
MARTINA WUNDERER (Berlin) zitierte in ihrem Vortrag über Italo Svevos Triest u. a. den aktuellen Friedenspreisträger. In der anschließenden Diskussion wurde Magris insofern kritisiert, als er in den Darstellungen seiner Geburtsstadt nicht zwischen Texten aus der Zeit der Monarchie und solchen, die danach entstanden sind, unterscheide: Vor 1918 jedoch war das Multikulturelle in Triest weniger en vogue, und auch Svevo betont in erster Linie die italianità. Der Begriff triestinità kam, wie die Triest-Expertin RENATE LUNZER aus dem Publikum anmerkte, erst in den 1980ern auf und tendiere dazu, die konflikthaften Aspekte im Verhältnis von Italiener_innen und Slowen_innen auszublenden.
In seiner aktuellen Preisrede zeichnete Claudio Magris keineswegs das naive Bild eines idyllischen Miteinanders, sondern stellte es vielmehr als Wunsch und Aufgabe Europas dar, "sich den neuen Kulturen der neuen Europäer aus der ganzen Welt zu öffnen, die es durch ihre Mannigfaltigkeit bereichern." In diesem Zusammenhang lässt sich MARTA WIMMERS (Poznan) Blick auf Alteritätserfahrungen in den Werken Dimitré Dinevs, Radek Knapps und Vladimir Vertlibs sehen, die häufig unter dem Etikett 'Migrationsliteratur' betrachtet werden, allerdings gerade als Teil der österreichischen Erzählgemeinschaft ihre Fruchtbarkeit entfalten.
Der im Zusammenhang mit migrantischen Identitäten häufig verwendete und auch vielfach hinterfragte Hybriditätsbegriff tauchte im ursprünglichen Vortragstitel von URSULA KNOLL (Wien) "Der Nazi, der Friseur und das Hybride" auf. Zwar merkte die Referentin an, dass im Zusammenhang mit Edgar Hilsenraths Groteske Der Nazi und der Friseur der Terminus vielleicht gerade durch seine rassistische Begriffsgeschichte produktiv gewesen wäre, ersetzte jedoch das "Hybride" durch den "Körper" und lieferte eine sehr überzeugende dekonstruktive Lektüre dreier Aufsätze über den Roman. Dabei ging sie insbesondere auf die Verschränkung von Shoah und Körper/Sexualität, beides politisch umkämpfte Terrains, ein und stellte u. a. die in einigen Interpretationen fortwirkende NS-Repressionshypothese der westdeutschen 68er in Frage, der zufolge die Shoah aus der Unterdrückung der Sexualität auf Seiten der Täter_innen resultierte.
conference participants
Den zweiten Konferenztag in der Aula des alten AKH der Universität Wien eröffnete die Keynote von ISABEL GIL (Lisboa). Unter dem Titel "Stars before the Firing Squad. Female Executions and the Remediation of WWI" führte Gil am Beispiel der als Spionin verurteilten Krankenschwester Edith Cavell die Funktion des Frauenkörpers als Schauplatz der Grausamkeit des Feindes vor. Zu Zeiten, als der Film Krieg und Gewalt noch nicht technisch sichtbar machen konnte, waren Frauen als schöne Seele, Antigone und Märtyrerin, in einer Bildsprache also, die den Tod in ein modernes Schauspiel des Begehrens verwandelte, "main players in the home front theatre".

Auch das von FRANK STERN (Wien) moderierte, zweite Panel widmete sich dem Film. Nach dem von HOLGER PÖTZSCH (Tromsoe) vorgenommenen Versuch, das Konzept der Liminalität nicht nur auf Darstellungen im Film, sondern auch auf das Verhältnis von Film und Zuschauer anzuwenden, nahmen die Analysen von KLAUDIJA SABO (Wien) zum Schweigen im kroatischen Film sowie von ANDREAS FILIPOVIĆ (Firenze) zum aktuellen serbischen Spielfilm wieder stärker den zentraleuropäischen Kontext in den Blick. Sie verorteten das Schweigen bzw. die "Jugend in der Krise" in den Transformationsprozessen nach 1989 und den Nachwirkungen der (auch von Magris in seiner Friedenspreisrede erwähnten) Jugoslawienkriege. Auffällig war an diesen Filmbeispielen zum einen die Kategorie Geschlecht, hinsichtlich der das Publikum die Fragen aufwarf, ob der neue postsozialistische Mensch eine Frau sei und inwiefern die filmischen Einspielungen zeigten, dass die vom Referenten als 'jugendlich' bezeichneten Akteure quasi ausschließlich eine 'männliche Jugend in der Krise' darstellten, zum anderen die Bedeutung der Peripherie und deren depressive Atmosphäre.
An zwei tschechischen Spielfilmen von 1965 und 2003 verdeutlichte NICOLE KANDIOLER (Wien) sehr überzeugend und illustrativ, welche Brüche und Änderungen im Narrativ der Heterosexualität auszumachen sind: Dem abwesenden männlichen Helden in der Szene flüsternder Mädchen von 1965 steht der anwesende, etwas lästige und manipulierbare Liebhaber als Nebendarsteller im Hintergrund der flüsternden Mädchen 2003 gegenüber. Auch das Narrativ der Lehrerin und dasjenige familiärer Autorität und deren Unterwanderung zeigten in der Gegenüberstellung, wie der Film von 1965 als Hommage an die Heterosexualität, der von 2003 hingegen zwar als Hommage an heterosexuelle Praktiken, aber zugleich als Subversion der Heteronormativität gelesen werden können. ANDREA BRAIDT (Wien) ergänzte diesen instruktiven Vortrag in ihrer Respondenz mit Anmerkungen zur Kameraperspektive, der Verwendung von Fotographien im Film und der Betrachtung homosozialer Beziehungen im Film als verdrängter Homosexualität, welche die Voraussetzung für Heteronormativität bilde.

Das Interesse an Kulturtheorie verband die Vorträge des dritten Panels unter der Moderation von WOLFGANG MÜLLER-FUNK (Wien). Von der Selbstformung des ethischen Subjekts bei Nietzsche und Foucault (ERNA STRNIŠA, Ljubljana) über das Ausloten möglicher Fruchtbarkeit der Intersektionalitätstheorie für die Literaturwissenschaft (MIRJAM BITTER, Gießen) hin zu Fotografien als Elementen narrativer Erinnerungs- und Gedächtniskonstruktion (ELISABETH BLASCH, Wien) wurde ein breites Spektrum an theoretischen Zugängen mit textnahen Analysen verbunden.
Auch die Magris zufolge für Mitteleuropa so kennzeichnende Figur der Grenze durfte auf einer Konferenz zur Kulturanalyse im zentraleuropäischen Kontext nicht fehlen. LAURA HEGEDÜS (Leipzig) widmete sich deshalb Grenz(ver)handlungen in Terézia Moras Erzählung "Der See". Wie am Textzitat "Alles ist hier Grenze" abzulesen, ging es dabei nicht bloß um Sprachgrenzen und geographische Grenzen – wobei das Bild des Sees die Grenze bereits eher als Zone denn als bloße Trennlinie entwirft –, sondern auch um den Körper als ultimative Grenze sowie die Grenze zwischen Leben und Tod.
Auf die Auswirkungen der verschärften Grenzregime an den Außengrenzen Europas sowie das Ineinandergreifen von visueller Kultur und Überwachungsfragen war im vorigen Panel schon MARIETTA KESTING (Wien) eingegangen, und zwar anhand des experimentellen Dokumentarfilms Kurz davor ist es passiert von Anja Salomonowitz, der u. a. die Geschichte einer Zwangsprostituierten von einem österreichischem Grenzbeamten vorlesen lässt und diese damit in die österreichische Erzählgemeinschaft integriert. KENNETH HORVATH (Wien) hatte in seiner Respondenz aus sozialwissenschaftlicher Perspektive einen Blick auf die film- und kulturwissenschaftlichen Ausführungen geworfen und betont, dass die Differenzierung der Bilder 'des Migranten' nicht nur emanzipatorisch sei, sondern andererseits gerade als Bedingung neuerer (restriktiver) Migrationspolitik fungiere.
Wien
Den Abschluss fand die Graduiertenkonferenz mit dem samstäglichen Panel 4 zu Kultur und Geschichte, das von OTO LUTHAR (Ljubljana) moderiert wurde. RIKARD PUH (Zagreb) gab einen erhellenden Einblick in die Frage, welche Stücke deutschsprachiger Gegenwartsdramatik in Zagreber Theaterhäusern 1945-1990 gespielt wurden. Besonders, wenn es sich um im deutschsprachigen oder sonstigen europäischen Raum weniger populäre Autoren (die männliche Form ist hier angebracht, da in den von Puh zusammengetragenen Stücklisten keine einzige Theaterautorin auftauchte) oder weniger bekannte Stücke populärer Autoren handelte, lassen sich daraus Schlüsse für den kulturellen und politischen Kontext Kroatiens ziehen, ist Theater doch immer auch die Bühne, die Nation zu erfinden.
Thematisch auch im Theater nach 1945 angesiedelt, allerdings weniger textzentriert, brachte ZSÓFIA LELKES (Bern) mit ihren aufschlussreichen Ausführungen zum ungarischen Volkstanz eine weitere Dimension von Kulturanalyse in die Konferenz ein. Konzentrierte sich die anschließende Diskussion schon vornehmlich auf tradierte Geschlechterstereotype im Tanz, schloss dazu passend der Vortrag von LUCIA LAUKOVA (Bratislava) mit einem genderorientierten Ansatz an: Laukova stellte "die emanzipierte Emanzipationsgegnerin" Caroline Pichler im Dialog mit ihrem Zeitgeist insbesondere anhand ihrer theoretischen Schriften zur Mode vor, die unter der Hand handfeste politische Machtfragen diskutierten.
DANIEL BITOUH (Wien) schließlich beschäftigte sich mit der dezentrierenden Figur des 'blonden Negers' bei Joseph Roth zwischen Antisemitismuskritik und kolonialem Blick. Mit Fragen nach Sprache und Macht – wie Roth in seinem Essay die Sprache der leiblichen Mutter strukturell verdrängt, indem im Text die Sprache des blonden Vaters, Deutsch, als "Muttersprache" bezeichnet, das 'Mutterland' also an Stelle der Mutter gesetzt wird – schlug Bitouhs Vortrag den Bogen zum Beitrag von Ruth Wodak zu Beginn der Konferenz. Mit seinem postkolonialen Ansatz im engeren Sinne (der im zentraleuropäischen Kontext sonst eher im übertragenen Sinne angewandt wird) öffnete sich die zentraleuropäische 'Nabelschau' der außereuropäischen Welt, und machte, ganz im Sinne der Friedenspreisrede von Claudio Magris, deutlich, dass Europa nur ein winziger Bruchteil der Welt ist.



Konferenzübersicht:

Keynote:
Ruth Wodak (Lancaster): Constructing European Identities: Hegemonic Multilingualism and its Consequences


Panel 1: Literatur, Moderation: Marijan Bobinac (Zagreb)

Milka Car (Zagreb): Dokument und Roman – Dokumentarroman? Grenzen und Möglichkeiten des Dokumentarischen
Respondenz: Birgit Wagner (Wien)

Martina Wunderer (Berlin): Italo Svevos Triest – eine mitteleuropäische Stadt und ihr Autor
Respondenz: Ingo Lauggas (Wien)

Marta Wimmer (Poznan): "Egal wo ich hingehe, bin ich zuhaus. Egal, wo ich ankomme, bin ich ein Gast (...)." Von der Erfahrung des Andersseins im Werk von Dimitré Dinev, Radek Knapp und Vladimir Vertlib
Respondenz: Sandra Vlasta (Wien)

Ursula Knoll (Wien): Der Nazi, der Friseur und der Körper – Hilsenrath lesen
Respondenz: Clemens Ruthner (Dublin)

Petra Žagar-Šoštarić (Rijeka): Popkultur und Popliteratur
Respondenz: Pavel Zahrádka (Olomouc)


Keynote:
Isabel Gil (Lisboa): Stars before the Firing Squad. Female Executions and the Remediation of WWI


Panel 2: Film, Moderation: Frank Stern (Wien)

Holger Pötzsch (Tromsoe): Variations over a Theme of Liminality. The Preclusion of Liminal Space in Dragojević’ Pretty Village Pretty Flame (1996) and Tanović’ No Man’s Land (2001)
Respondenz: Hanno Hardt (Ljubljana)

Klaudija Sabo (Wien): Das Schweigen im kroatischen Film in Dalibor Matanić’ Die Kassiererin möchte ans Meer
Respondenz: Emilija Mančic (Wien)

Andreas Filipović (Firenze): Jugend in der Krise? Zur Verarbeitung von Transformationsprozessen in aktuellen Beispielen serbischer Spielfilmproduktion
Respondenz: Hanno Hardt (Ljubljana)

Nicole Kandioler (Wien): Kulturelle Identität und Film. Narrative der Heterosexualität im tschechischen Spielfilm vor und nach 1989
Respondenz: Andrea Braidt (Wien)

Marietta Kesting (Wien): Bilder der Migration – Europa und die Anderen
Respondenz: Kenneth Horvath (Wien)


Panel 3: Kulturtheorie, Moderation: Wolfgang Müller-Funk (Wien)

Erna Strniša (Ljubljana): Selbstformung des ethischen Subjekts bei Nietzsche und Foucault
Respondenz: Isabel Gil (Lisboa)

Mirjam Bitter (Gießen): Interdependenzen. Erinnern und Vergessen im Spannungsfeld vielfacher Identitätskategorien in Doron Rabinovicis Roman Ohnehin
Respondenz: Gerald Lind (Wien)

Elisabeth Blasch (Wien): Bilderzählungen: Fotografien als Elemente narrativer Erinnerungs- und Gedächtniskonstruktion in Texten von Péter Nádas und Dubravka Ugrešić
Respondenz: Ursula Reber (Wien)

Laura Hegedüs (Leipzig): Grenz(ver)handlungen: Semantisierung von Raum, Grenze und Zeit bei Terézia Mora
Respondenz: Wynfrid Kriegleder (Wien)


Panel 4: Kultur und Geschichte, Moderation: Oto Luthar (Ljubljana)

Rikard Puh (Zagreb): Deutschsprachige Gegenwartsdramatik in Zagreber Theaterhäusern 1945-1990
Respondenz: Daniela Finzi (Wien)

Zsófia Lelkes (Bern): Volkstanz im ungarischen Theater nach 1945
Respondenz: Andrea Seidler (Wien)

Lucia Laukova (Bratislava): "Die emanzipierte Emanzipationsgegnerin." Caroline Pichler im Dialog mit ihrem Zeitgeist
Respondenz: Anna Babka (Wien)

Daniel Bitouh (Wien): Differenz und Interdependenz: Zur katakretischen bzw. dezentrierenden Figur 'des blonden Negers' aus Joseph Roths Essay "Der blonde Neger Guillaume"
Respondenz: Clemens Ruthner (Dublin)