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Editorial

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Liebe Leser_innen von KULT_online,

 

in einer idealen Welt stehen Wissenschaft und Politik in einem regen, respektvollen und ermöglichenden Austausch. Faktizität und Objektivität sind hier keine Kampfbegriffe, sondern notwendige Grundlagen gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse. Die Autor_innen der vorliegenden, 49. Ausgabe von KULT_online trugen diesem Umstand (erneut) Rechnung und sichteten 10 Neuerscheinungen aus den letzten zwei Jahren.

 

Der erste, dezidiert politische Abschnitt eröffnet mit Besprechungen zu Texten aus oftmals marginalisierten Sprechpositionen: etwa zum experimentellen Schreiben schwarzer, vertriebener Frauen oder zu einer Kollektion von Sagen und Legenden der Kewa in Papua-Neuguinea; zu geistesgeschichtlichen Verbindungen, etwa von Hannah Arendt und den USA, oder Michel Foucaults theoretische Überschneidungen mit neoliberalistischem Denken. Schließlich geht es auch um die Möglichkeiten und Grenzen einer deutschen postkolonialen Politikwissenschaft sowie einem interdisziplinären Blick auf das Konzept kultureller Heimatvorstellungen.

 

Wie immer ergänzen unsere Rezensent_innen dieses Bild durch einschlägige, gegenstandsbezogene Perspektivierungen. So geht es um Langeweile wie Alltäglichkeit im Medium des Comics und um komplexe konzeptionelle Verortungen einer Bildlichkeit innerhalb filmischer Erzählungen. Mit einer interdisziplinären Kulturanalyse zu emotionalen Dis/Harmonien bzw. einer Erörterung unseres nicht-analytischen Wissens als pragmatistische Handlungsleitung schließen wir diese Ausgabe.

 

Zuletzt: Bleiben Sie gespannt auf die 50. Jubiläumsausgabe im April 2017 – mit neuen inhaltlichen Formaten und allerlei technischen Verbesserungen!

 

Mit besten Grüßen,

 

Marcel Wrzesinski