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Bericht zur Tagung „Intersektionalität und Biografie“

4. Graduiertenkonferenz des Gießener Graduiertenzentrum Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften (GGS), 27.-28. November 2015, Justus-Liebig-Universität Gießen


Ein Bericht von



> Konferenzübersicht

 

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Das Gießener Graduiertenzentrum der Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften (GGS) fördert seit seiner Gründung im Jahr 2012 die Vernetzung von Nachwuchswissenschaftler_innen und Wissenschaftler_innen. Dies geschieht innerhalb der zwölf verschiedenen Forschungssektionen des GGS, in denen zu unterschiedlichen Schwerpunkten gearbeitet wird. Eine dieser Sektionen ist „Soziale Ungleichheit und Geschlecht“, deren Mitglieder Dr. Heike Dierckx, Dominik Wagner und Silke Jakob im November 2015 die 4. Graduiertenkonferenz zum Thema „Intersektionalität und Biografie“ ausrichteten.

 

Die zweitägige Konferenz fand vom 27.-28.11.2015 im Alexander-von-Humboldt Gästehaus statt und teilte sich in zwei thematische Panels: „Klasse und Erwerbsbiografie“ und „Körperliche Verfasstheit und Ethnizität“.

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Die Konferenz wurde durch unterschiedliche Beiträge des wissen-schaftlichen Nachwuchses gefüllt und zeichnete sich insbesondere durch die Keynotes von Prof’in. Dr. Helma Lutz und Jun.-Prof’in. Dr. Christine Demmer aus. Vor allem Helma Lutz ist hier als eine der wichtigsten Vertreter_innen der Intersektionalitätsforschung hervorzuheben.

 

Inhaltliche Schwerpunkte der Konferenz

 Die Zielsetzung der Intersektionalität, Dimensionen sozialer Ungleichheit zu erkennen, in ihrer ‚Verwobenheit‘ bzw. ‚Überkreuzung‘ zu beschreiben sowie deren Wechselspiel zu analysieren, bietet ein breites Spektrum für die wissenschaftliche Forschung an. Dementsprechend vielseitig waren auch die einzelnen Vorträge der Konferenz. Biografien bzw. die Biografieforschung zur Untersuchung intersektionaler Verwobenheiten zu nutzen, stellte sich als ein mittlerweile erkannter jedoch noch wenig genutzter Ansatz heraus. So wurde einerseits die Tagung mit Beiträgen zum traditionellen Intersektionalitätsdiskurs (BALLENTHIEN, KEIL, KALKSTEIN) sowie zu den aktuellen Möglichkeiten der Biografieforschung und ihren Erkenntnisgewinn für Intersektionalität geschmückt (DIERCKX, LUTZ, GÖTSCH, DEMMER). Der generelle Anspruch der Intersektionalität, soziale Kategorien in ihrer ‚Verwobenheit‘ und in ihrem Zusammenspiel als dynamische Prozesse zu verstehen, wurde zudem sehr anschaulich anhand einzelner Forschungsprojekte, wie zum Beispiel bei Familien im ALG II Bezug (WAGNER) oder bei immigrierten Personen aus der Sowjetunion (METZ) dargestellt. 

 

 

Ergebnisse und Dokumentation

Auf der 4. Graduiertenkonferenz des GGS zum Thema „Intersektionalität und Biografie“ konnte gezeigt werden, dass die intersektionale Perspektive im Kontext der Biografieforschung ein innovatives Potenzial erweist, da sich mittels biografischer Ansätze einerseits verschiedene soziale Kategorien gleichzeitig in den Blick nehmen lassen; andererseits lässt sich verfolgen, ob und wie sich das Zusammenspiel verschiedener Kategorien möglicherweise im Verlauf des Lebens verändert. Eine biografische Sichtweise eröffnet diesbezüglich neue Möglichkeiten, die lebensgeschichtliche Rhelma_lutz_taung_intersektionalität_csilkejakob.jpgelevanz sozialer Kategorien zu bestimmen.

Sowohl der wichtige Hinweis der Beiträge, die Intersektionalität bereits bei der Betrachtung von biografischem Material im Blick haben, als auch die dezidierte Zuwendung zur Biografieforschung (Lutz, Dierckx) verweisen auf Potentiale für wichtige Anschlussforschung im Feld von Intersektionalität und Biografie.

Dank der Unterstützung des GGS ist es dem Organisationsteam zudem möglich einen Tagungsband zu veröffentlichen, welcher im Budrich-Verlag voraussichtlich im Frühjahr 2017 erscheinen wird.

 

Organisation: Dr. Heike Dierckx, Dominik Wagner, Silke Jakob

 

 

 

Konferenzübersicht

Freitag (27.11.2015)

Alexander-von-Humboldt-Gästehaus

Begrüßung: Heike Dierckx, Dominik Wagner, Silke Jakob

Heike Dierckx (Gießen)

Intersektionalität und Biografieforschung: Rekonstruktive Zugänge zu sozialer Ungleichheit

Jana Ballenthien (Göttingen)

Einblicke einer Biografieforscherin in die intersektionale Mehrebenenanalyse nach Winker/Degele

Keynote: Helma Lutz (Frankfurt am Main)

Neue Wege in der Biografieforschung? - Chancen und Grenzen von Intersektionalität als heuristisches Modell

Saniye Öktem (Bielefeld)

Zur bildungsbiografischen Bedeutung von Differenzkategorien – Eine qualitative Erkundung des Verhältnisses von Intersektionalität und Bildung

Dominik Wagner (Gießen)

Biografien von Familien im ALG II-Bezug aus intersektionaler Perspektive

Monika Götsch (Köln)

Die Erwerbsbiografie von Trans*Personen – Eine intersektionale Analyse

 

Samstag (28.11.2015)

Keynote: Christine Demmer (Bielefeld)

Schillernde Schnittmengen. Biografieanalytische Perspektiven auf Intersektionalität

Panel A: Klasse und Erwerbsbiografie

Alexander-von-Humboldt-Gästehaus

Eveline Ammann Dula (Frankfurt am Main)

Biografische Verläufe im Kontext multipler Grenzziehungsprozesse

Maria Keil (Berlin)

Doing Science – Doing Gender – Doing Class?

Anna Richter (Kassel)

Multidimensionale Positionierungen – Zur Verschränkung von Alter, Geschlecht und ostdeutscher Herkunft in biografischen Erzählungen

 

Panel B: Körperliche Verfasstheit und Ethnizität

Alexander-von-Humboldt-Gästehaus

Fiona Kalkstein (Duisburg-Essen)

Working-/poverty-class Sozialisation und ihre Bedeutung für die Selbstbilder von Frauen

Marina Metz (Darmstadt)

Ethnische Zuschreibung, Geschlecht und Bildung im Kontext der Sowjetunion

Nadine Glade (Oldenburg)

Männergesundheit aus intersektionaler Perspektiven

Abschlussvortrag

Alexander-von-Humboldt-Gästehaus

Amanda Hinteregger (Wien)

Zuverlässige Erinnerungserzählerinnen? Weibliches Altern im Spiegel der spanischen Gedächtnisliteratur 

 

 

© bei der Autorin und bei KULT_online

Fotos: Dominik Wagner