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Ein Patentrezept für den Fremdsprachenunterricht gibt es nicht

Skintey rösler


Eine Rezension von Lesya Skintey


Rösler, Dietmar: Deutsch als Fremdsprache. Eine Einführung. Stuttgart/Weimar: Metzler, 2012.


Welche Methode ist die richtige, um eine Fremdsprache zu lernen? Diese für die Fremdsprachendidaktik zentrale Frage wird in Dietmar Röslers „Deutsch als Fremdsprache. Eine Einführung“ auf eine verständliche und anschauliche Weise behandelt. Im Band wird die fremdsprachendidaktische Diskussion in ihrer geschichtlichen Entwicklung und mit all ihren Kontroversen zusammengetragen und der aktuelle Forschungsstand referiert. Die Einführung deckt nahezu das ganze Spektrum der im Fachgebiet relevanten Themen ab und bietet somit einen guten Überblick für Studierende des Faches Deutsch als Fremdsprache.

 

> English Abstract     > Inhaltsverzeichnis                    
 
 
 

„Die Welt des Fremdsprachenlernens ist zu bunt und zu vielfältig, als dass eindeutige allgemeine Aussagen über das richtige Vorgehen möglich wären“ (S. 271).

 

„Dieses Buch beschreibt die unterschiedlichen Wege, auf denen man Deutsch lernen kann“. So bescheiden schreibt Dietmar Rösler, Professor für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache an der Justus-Liebig-Universität Gießen, in der Einleitung zu seinem Buch "Deutsch als Fremdsprache“  (2012, J.B. Metzler). Doch der Band leistet mehr und liefert grundlegende Themen, Konzepte und Begriffe, die für das Verstehen des Fachs Deutsch als Fremdsprache wichtig sind.

In 13 thematischen Kapiteln werden die Lesenden zum Fach Deutsch als Fremdsprache hingeführt. Zunächst skizziert Rösler die Vielfalt der Faktoren, die das Lernen einer Fremdsprache beeinflussen. Individuelle Lernvariablen wie Alter, Motivation oder Sprachlerneignung sowie unterschiedliche Rollen und erforderliche Kompetenzen bei den Lehrenden werden dabei thematisiert (Kapitel 1). Die Behandlung verschiedener Erwerbskontexte soll verdeutlichen, wie unterschiedlich ein Sprach(en)erwerb funktionieren kann (Kapitel 2); zudem dass eine klare Zuordnung als Fremdsprache oder Zweitsprache nicht immer möglich ist (S. 31). In dem Buch wird auf verschiedene theoretische Fragen des Faches eingegangen: Wie lernen Kinder und Erwachsene? (Kapitel 1.1.5) Welche ist die richtige Methode, um eine Fremdsprache zu vermitteln oder zu lernen? (Kapitel 4) Welche Bedeutung haben andere Sprachen und Kulturen für das Lernen einer neuen Sprache? (Kapitel 11). Daneben erörtert Rösler viele praxisbezogene Fragen wie etwa: Welche Texte brauchen die Lernenden? (Kapitel 3.1) Wie zielgruppenbezogen sind Lehrwerke? (Kapitel 3.2.3) In welcher Funktion können digitale Medien im Fremdsprachenunterricht eingesetzt werden? (Kapitel 3.3) Wie gehe ich mit Fehlern im Unterricht um? (Kapitel 7.3) Weitere Kapitel widmen sich klassischen Themenbereichen der Fremdsprachendidaktik wie Rezeption und Produktion (Kapitel 6), Literatur und Landeskunde (Kapitel 9 und 10) oder Sprachprüfungen und –tests (Kapitel 12) im Allgemeinen. Schließlich diskutiert Rösler aktuelle Entwicklungen in der Fremdsprachendidaktik, so etwa sprachpolitische Hintergründe und Veröffentlichung des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (Kapitel 13).

Bei der Darstellung verschiedener Konzepte der Fremdsprachenvermittlung zeichnet der Verfasser wichtige geschichtliche Entwicklungen und Tendenzen der fremdsprachendidaktischen Diskussion geschickt nach. Dabei werden relevante Ergebnisse der Sprachlehrforschung ebenso wie Entwicklungen in den Nachbardisziplinen (Sprachwissenschaft, Psycholinguistik) grob zusammengetragen und kontextuell vorgestellt. Bei den Themen, die eine besondere Herausforderung für den DaF-Unterricht darstellen (Ausspracheschulung, Vermittlung von Landeskunde), finden sich weiterhin Hinweise auf ihre Relevanz für die Lehrerausbildung und einige praktische Hilfestellungen.

Ein besonderes Verdienst des Bandes liegt in seinem Umgang mit Begrifflichkeiten. Bei der Erstnennung von Begriffen und Definitionen werden Studierende sowohl mit deren alltagssprachlichen Bezeichnungen und Bedeutungen konfrontiert als auch für eine mögliche interdisziplinäre Doppeldeutigkeit sensibilisiert. Eine saubere Trennung von in der Fremdsprachendidaktik gängigen Begriffe wie Bilingualität und Mehrsprachigkeit (S. 29) oder Lernstrategien und Lerntechniken (S. 123) sei letztlich nicht immer möglich.

Zu Recht weist Rösler in seinen Ausführungen über mündliche Texte darauf hin, dass in DaF-Lehrwerken oft „keine abgebrochenen Sätze und […] keine grammatisch falschen Sätze präsentiert [werden], wie sie in der gesprochenen Sprache vorkommen können“ (S. 39). Hier würde es sich anbieten, auf die Norm der gesprochenen Sprache zu verweisen, die von der schriftsprachlichen Norm abweichen kann. Auch im Kapitel 7, in welchem Norm und Abweichungen explizit thematisiert werden, findet sich kein Hinweis auf die gesprochene Norm. Wie wichtig dies ist, zeigt der Umstand, dass die Erkenntnisse aus der Gesprochene-Sprache-Forschung zur Grammatik der gesprochenen Sprache in die Duden-Grammatik aufgenommen wurden bzw. in der aktuellen fachdidaktischen Diskussion ihren Platz haben (vgl. Beiträge in Neuland, Eva: Variation im heutigen Deutsch. Perspektiven für den Sprachunterricht. Frankfurt am Main: P. Lang, 2006).

Jene für die Fremdsprachendidaktik hochinteressante Frage, welches die beste Sprachlehr- und -lernmethode sei, müsste laut Rösler anders gestellt werden: Was ist die optimale Vorgehensweise für die bestimmten Lernenden mit ihren jeweiligen Lernzielen an den jeweiligen Lernorten mit den jeweiligen Medien? Denn die skizzierte Vielfalt der Faktoren mache deutlich, „dass es für das Fremdsprachenlernen keine allgemeinen besten Lösungen gibt, sondern dass jeweils genau zu überlegen ist, was das angemessene Vorgehen für welche Personen mit welchen Lernzielen und in welchen Kontexten ist“ (S. 14). Vor diesem Hintergrund seien verschiedene, zum Teil sich gegenseitig ausschließende Konzepte wie Individualisierung und Kooperation oder Formarbeit und Kommunikation nicht als Entweder-oder-Entscheidungen zu verstehen. Sie sollten vielmehr kombiniert werden, um Lernende in ihrem Lernprozess optimal zu unterstützen.

 

Fazit

Bachelor-Studierende des Faches Deutsch als Fremdsprache können sich mit diesem Buch einen systematischen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen fremdsprachendidaktischer Diskussion und deren Bedeutung für die Gestaltung des Fremdsprachenunterrichts verschaffen. Sie werden für zentrale Konzepte und Begriffe des Fachs sensibilisiert und zur Reflexion über methodische Entscheidungen eingeladen. Zahlreiche Beispiele aus dem Alltag oder der Unterrichtspraxis, zusätzliche Informationen zur Vertiefung des Stoffes, ausgewählte interaktive Elemente wie Aufgaben und Experimente und vor allem kommentierte Verweise auf weiterführende Literatur leiten die Lesenden an. Sie bieten ihnen zudem die Gelegenheit, sich mit den einzelnen Themen intensiver auseinanderzusetzen.

 

Rösler, Dietmar: Deutsch als Fremdsprache. Eine Einführung. Stuttgart/Weimar: Metzler, 2012. 301 S., kartoniert, 19,95 Euro. ISBN: 978-3-476-02300-1

 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Lernende und Lehrende … 5

1.1 Die Lernenden … 5

1.1.1 Die Vielfalt der Einflussfaktoren … 6

1.1.2 Biologische Grundausstattung ... 7

1.1.3 Sprachlerneignung ... 8

1.1.4 Motivation und Einstellung ... 9

1.1.5 Das Alter der Lernenden ... 11

1.2 Die Lehrenden ... 14

 

2. Sprach(en)erwerb... 17

2.1 Natürlicher Erwerb und gesteuertes Lernen ... 18

2.1.1 Natürlicher Erwerb ... 18

2.1.2 Gesteuertes Lernen in Institutionen ... 21

2.2 Erst-, Zweit- und Fremdsprache sowie Mehrsprachigkeit ... 23

2.2.1 Erstspracherwerb ... 23

2.2.2 Bilingualismus ... 25

2.2.3 Mehrsprachigkeit ... 29

2.2.4 Deutsch als Zweit- und Fremdsprache ... 30

 

3. Texte, Lehrwerke, Medien ... 33

3.1 Welche Texte brauchen die Lernenden? ... 34

3.1.1 Medial und konzeptionell schriftliche und mündliche Texte ... 34

3.1.2 Authentische Texte und Lehrbuchsprache ... 37

3.2 Lehrmaterial und Lehrmaterialanalyse ... 40

3.2.1 Bestandteile eines Lehrwerks ... 41

3.2.2 Aufbau des Lehrwerks ... 43

3.2.3 Wie zielgruppenbezogen sind die Lehrwerke? ... 45

3.2.4 Funktion von Lehrmaterial ... 47

3.2.5 Die sogenannten Lehrwerkgenerationen ... 48

3.2.6 Lehrmaterialanalyse ... 48

3.3 Medien im DaF-Unterricht ... 50

3.3.1 Die (zunehmende) Medialisierung des Fremd sprachenlernens ... 51

3.3.2 Fremdsprachenlernen und die digitalen Medien ... 52

 

4. Umfassende Konzepte der Fremdsprachenvermittlung ... 65

4.1 Die Grammatik-Übersetzungs-Methode ... 68

4.2 Die direkte Methode ... 69

4.3 Die audiolinguale Methode ... 71

4.4 Die audiovisuelle Methode ... 73

4.5 Unabhängigkeit von der Entwicklung in den Bezugswissenschaften ... 75

4.6 Der kommunikative Ansatz ... 76

4.7 Der interkulturelle Ansatz ... 81

4.8 Aufgabenorientierung als Kernkonzept des Fremdsprachenunterrichts ... 86

4.9 Alternative Methoden ... 88

4.10 Performatives Fremdsprachenlernen ... 91

 

5. Lehr- und Lernformen ... 95

5.1 Sozialformen... 96

5.1.1 Frontalunterricht ... 96

5.1.2 Gruppenarbeit/kooperatives Lernen ... 97

5.1.3 Arbeit mit Großgruppen ... 102

5.2 Arbeitsformen ... 104

5.2.1 Übungen und Aufgaben ... 104

5.2.2 Projekte ... 111

5.2.3 Spiele ... 114

5.3 Allein und gemeinsam lernen, virtuell und an einem Ort ... 116

5.3.1 Allein und gemeinsam lernen ... 116

5.3.2 Präsenzlernen, virtuelles Lernen, Blended Learning ... 118

5.4 Lernstrategien und Lernerautonomie ... 121

5.5 Lernen im Tandem ... 123

 

6. Rezeption und Produktion von gesprochenen und geschriebenen Texten ... 127

6.1 Klassifizierung der Fertigkeiten ... 127

6.2 Die rezeptiven Fertigkeiten ... 128

6.2.1 Das Lesen von fremdsprachigen Texten ... 129

6.2.2 Hörverstehen ... 131

6.2.3 Verstehensstile und -strategien ... 132

6.2.4 Aufgaben zur Förderung des Verstehens ... 134

6.3 Die produktiven Fertigkeiten ... 137

6.3.1 Schreiben ... 138

6.3.2 Mündliche Kommunikation ... 140

6.3.3 Eigenständiger Gesprächsunterricht? ... 143

6.4 Übersetzen/Sprachmitteln ... 146

 

7. Fehler und Fehlerkorrektur ... 151

7.1 Abweichungen von der Norm ... 151

7.2 Ursachen für Fehler ... 153

7.3 Korrektur ... 154

 

8. Sprache und Kommunikation als Lerngegenstand und Teil des Lernprozesses ... 157

8.1 Sprache und Welt im Fremdsprachenunterricht ... 157

8.2 Didaktische Herangehensweisen ... 158

8.3 Aussprache ... 161

8.4 Flüssigkeit ... 167

8.5 Wortschatz ... 169

8.6 Grammatik ... 176

8.6.1 Didaktische Grammatik ... 177

8.6.2 Präsentation der Grammatik ... 180

8.6.3 Grammatikprogression ... 183

8.7 Die Ebene der Texte am Beispiel des wissenschaftlichen Schreibens ... 187

8.8 Fachsprachenvermittlung ... 191

 

9. Landeskunde/Kulturkunde ... 195

9.1 Landeskunde in natürlichen Erwerbskontexten ... 196

9.2 Landeskunde außerhalb des deutsch sprachigen Raums ... 197

9.3 Unterschiedliche Vorgehensweisen bei der Vermittlung von Landeskunde ... 199

9.3.1 Schwerpunkt Faktenvermittlung ... 200

9.3.2 Schwerpunkt Alltag ... 202

9.3.3 Schwerpunkt Interaktion von Eigenem und Fremdem ... 204

9.3.4 Schwerpunkt Begegnungen ... 205

9.4 Kulturelle Vielfalt und homogenisierende Darstellung ... 209

9.5 Das Spiel mit nationalen Stereotypen ... 212

9.6 Auswahl von Gegenständen ... 214

9.7 Bildende Kunst, Musik, Kabarett ... 215

9.8 Die Plurizentrik des deutschsprachigen Raums ... 217

9.9 Höflichkeit als sprachlicher und landeskundlicher Gegenstand ... 220

 

10. Die Arbeit mit literarischen Texten ... 225

10.1 Argumente für und gegen die Verwendung literarischer

Texte ... 225

10.2 Literatur in der Spracharbeit ... 227

10.2.1 Grammatikvermittlung ... 229

10.2.2 Landeskundevermittlung ... 231

10.2.3 Lesen... 233

10.3 Kanon im Germanistik-Studium außerhalb des deutschsprachigen Raums ... 235

10.4 Kinder- und Jugendliteratur ... 238

 

11. Die Bedeutung anderer Sprachen und Kulturen ... 241

11.1 Kontrastivität in der fremdsprachen didaktischen Diskussion ... 241

11.2 Die Kontrastivitätshypothese ... 243

11.3 Gegenbewegungen zur Kontrastivitäts hypothese: Identitätshypothese und Interlanguage-Hypothese ... 245

11.4 Deutsch als weitere Fremdsprache ... 248

11.5 Einbeziehung der Pragmatik ... 253

 

12. Diagnose und Bewertung ... 255

12.1 Arten und Funktionen von Tests ... 255

12.2 Sprachprüfungen als Voraussetzung für die Aufnahme

eines Studiums an einer deutschen Universität ... 259

 

13. Der Europäische Referenzrahmen ... 265


14. Schluss ... 271


15. Anhang ... 273

15.1 Grundlagenwerke, Grammatiken, Wörter bücher, Bibliographien, Zeitschriften ... 273

15.2 Institutionen ... 276

15.3 Verzeichnis der angeführten Literatur ... 276

15.4 Sachregister ... 295

15.5 Bildquellenverzeichnis ... 301

 

 

There is no best practice in language teaching

Which method is right for learning a foreign language? This central question in foreign-language teaching is treated in an understandable and clear way by Dietmar Röslers "Deutsch als Fremdsprache. Eine Einführung". In the book the discussion is presented in its historical development and with all its controversy, and the current state of research is reported upon. The introduction covers almost the whole range of relevant topics and provides a good overview for students of German as a foreign language.

 


© bei der Autorin und bei KULT_online