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The Making and Unmaking of Yugoslavia

Eine Rezension von Jürgen Dinkel

Ramet, Sabrina P.: Die drei Jugoslawien. Eine Geschichte der Staatsbildungen und ihrer Probleme. Münster: Oldenbourg, 2012.

Sabrina P. Ramet untersucht in ihrer umfangreichen Studie die Geschichte der "drei Jugoslawien". Gemeint sind damit das Königreich Jugoslawien (1918–1941), das sozialistische Jugoslawien (1945–1991) und die Bundesrepublik Jugoslawien, bestehend aus Serbien und Montenegro (1992–2003). Im Zentrum ihrer Analyse geht sie den Fragen nach, welche Integrationsmechanismen den Zusammenhalt einer multikulturellen und multinationalen Gesellschaft mit großem Wohlstands- und Bildungsgefälle gewährleisten respektive welche Faktoren zur Desintegration der jugoslawischen Staaten führten. Den wichtigsten Aspekt in dieser Hinsicht stellt für sie die Legitimität eines politischen Systems dar. Diese könne, falls vorhanden, eine heterogene Gesellschaft trotz zentrifugaler Bestrebungen zusammenhalten. In allen drei Jugoslawien sei die politische Elite jedoch an der doppelten Herausforderung gescheitert, einen Staat aufzubauen und ihre Herrschaft demokratisch zu legitimieren, was zum Zerfall der drei Staaten geführt habe.  


Die Geschichte Jugoslawiens ist faszinierend. An ihr lassen sich in komprimierter Weise sowohl Integrationsmechanismen studieren, die den Zusammenhalt einer multikulturellen und multinationalen Gesellschaft mit großem Wohlstands- und Bildungsgefälle gewährleisten, als auch Faktoren, die zur Desintegration einer solchen Gesellschaft und letztendlich zur Auflösung eines Staates beitragen können. Das Studium der drei jugoslawischen Staaten im 20. Jahrhundert verspricht daher nicht nur einen historischen Erkenntnisgewinn, es leistet auch einen Beitrag zum Verständnis von aktuellen gesellschaftlichen und staatlichen Integrations- und Desintegrationsprozessen. Gemeint sind mit den "drei Jugoslawien" das Königreich Jugoslawien (1918–1941), das sozialistische Jugoslawien (1945–1991) und die Bundesrepublik Jugoslawien, bestehend aus Serbien und Montenegro (1992–2003). Diesem Themenfeld nimmt sich Sabrina P. Ramet in ihrer nun auch in deutscher Sprache zur Verfügung stehenden Arbeit (das englische Original erschien im Jahr 2006) an und erweitert es um einen Blick auf die anderen Nachfolgestaaten Jugoslawiens.

Ausgangspunkt ihrer Untersuchung ist die Annahme, dass die Stabilität eines politischen Systems und der Zusammenhalt einer Gesellschaft von der politischen Legitimität des Systems und der Legitimität der gesellschaftlichen Ordnung abhängig sind. Legitimität wiederum erlangen politische Ordnungen Ramet zufolge dadurch, dass sie allen Mitgliedern gleiche demokratische Rechte und Partizipationschancen einräumen sowie stabile Institutionen schaffen, welche die Durchsetzung und Einhaltung von Rechten gewährleisten. Mit diesen normativen Vorannahmen ausgestattet 'durchpflügt' Ramet nun auf den folgenden 800 Textseiten die politische Geschichte der jugoslawischen Staaten. Sie befragt die Aussagen, Initiativen und Handlungen von Politikern und politischen Akteuren daraufhin, ob sie zur politischen Legitimität Jugoslawiens beitrugen oder eben nicht. Dabei kommt sie nach der Analyse des serbisch-monarchisch geprägten ersten Jugoslawiens (1918–1941), des sozialistischen zweiten Jugoslawien (1943–1991) und des dritten "Jugoslawien" (Serbien und Montenegro; 1992–2003) zu dem Ergebnis, dass die politischen Akteure an der doppelten Herausforderung gescheitert seien, einen Staat aufzubauen und eine politisch legitime Ordnung zu etablieren. In allen drei Jugoslawien seien Mitgliedern der Gesellschaft Rechte und Partizipationsmöglichkeiten verweigert und ihre Integration in den jugoslawischen Staat verhindert worden. Diese sich benachteiligt fühlenden Bevölkerungsschichten konnten wiederum von Politikern gegen die bestehende Ordnung mobilisiert werden – ein Faktor der Desintegration Jugoslawiens.

Mit dieser Interpretation redet Ramet vor allem populärwissenschaftlichen Deutungen entgegen, die den Zerfall Jugoslawiens mit uralten ethnischen Feindschaften zwischen den jugoslawischen Bevölkerungsgruppen und einer besonders gewalttätigen Balkanmentalität zu erklären versuchen. Zugleich schränkt sie die Bedeutung von strukturellen Ungleichheiten vor allem im wirtschaftlichen Bereich ein, die mit zur Desintegration Jugoslawiens führten. Nicht ethnische, wirtschaftliche oder kulturelle Divergenzen hätten zur Auflösung der drei Jugoslawien geführt, sondern die bewusste Politisierung dieser Divergenzen durch politische Akteure. Dieser Punkt wird auch von Marie-Janine Calic in ihrer neuen Gesamtdarstellung der Geschichte Jugoslawiens betont (Calic 2010). Bei Ramet ist er jedoch mit einem emphatischen Bekenntnis zu einem Menschenbild verbunden, das jedem Einzelnen, jenseits jeglichen strukturellen Determinismus, Handlungsspielräume und Verantwortung für die getroffenen Entscheidungen zugesteht. Letztendlich, so Ramets These zugespitzt, ist das Scheitern der drei Jugoslawien und deren Folgen das Ergebnis menschlicher Entscheidungen und Handlungen. In allen drei Fällen hätten Politiker aufgrund eigener Überzeugungen und (Macht-)Interessen auf die Auflösung des jeweiligen jugoslawischen Staates hingearbeitet oder diese zumindest billigend in Kauf genommen.

Diese Interpretation des Scheiterns der drei Jugoslawien ist in weiten Teilen überzeugend. Bedauerlich ist lediglich, dass Ramet die Geschichte der jugoslawischen Staaten schwerpunktmäßig aus deren inneren Entwicklungen erklärt und sowohl die Außenpolitik Jugoslawiens als auch Veränderungen in der internationalen Politik in ihrer Analyse kaum berücksichtigt. So wird von ihr zwar angedeutet, dass die Politik der Bündnisfreiheit das zweite Jugoslawien stabilisierte und dass das Ende des Ost-West-Konfliktes den jugoslawischen Bürgerkrieg Anfang der 1990er Jahre mit begünstigte. Systematisch untersucht werden die Beziehungen zwischen staatlicher Legitimität und Außenpolitik von ihr aber nicht. Auch angesichts der Tatsache, dass das erste Jugoslawien sich nicht aufgrund mangelnder innenpolitischer Legitimität auflöste, sondern während des Zweiten Weltkriegs von außen durch Deutschland und Italien zerschlagen wurde, hätte der stärkere Einbezug der jugoslawischen Außenpolitik es Ramet erlaubt, ihren eigenen Ansatz weiter zu präzisieren.

Trotz dieser Anmerkung stellt Ramets kenntnisreiche Studie ohne Zweifel ein Standardwerk zur Geschichte Jugoslawiens dar. Sie leistet mit ihrer Interpretation nicht nur einen historischen Beitrag zur Geschichte der politischen Legitimität in Jugoslawien, sondern auch einen politischen Beitrag, zu der vor allem in den jugoslawischen Nachfolgestaaten intensiv geführten Debatte, wie die Geschichte Jugoslawiens zu schreiben sei.


Sabrina P. Ramet: Die drei Jugoslawien. Eine Geschichte der Staatsbildungen und ihrer Probleme, München: Oldenbourg, 2011. 927 S., kartoniert, 94,80 Euro. ISBN: 3486583492


Inhaltsverzeichnis


Vorwort und Danksagungen XI
Karten XVII
Einleitung und Aktualisierung zur deutschen Ausgabe 1
Einleitung zur englischen Ausgabe 24

1 Eine Theorie der Systemlegitimität 36
Einige Worte über Objektivität, 42 — Souveränität und Legitimität, 44 — Eine Theorie der Legitimität, 48 — Liberale Werte im jugoslawischen Kontext, 57 —
Propositionen (Hypothesen), 60

2 Das erste Jugoslawien, Teil 1 : Das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (1918-1929) 65
Das Werden und die Geburt von Jugoslawien, 70 — Die Politik des "Nicht-Konsens", 77 — Vom Provisorischen Parlament zur Verfassunggebenden Versammlung, 87 — Die kroatische Frage, 94 — Der Wendepunkt, 104 — Die HSS in der Regierung, 106 — Vukićević als Ministerpräsident, 109 — Schüsse im Parlament, 112 — Zusammenfassung, 116

3 Das erste Jugoslawien, Teil 2: Das Königreich Jugoslawien (1929-1941) 119
Das Königreich der Flüsse, 120 — Die Ustaša-Bewegung, 123 — Des Königs neue Kleider und die "Limonadendeklaration", 125 — Der kroatische Widerstand bis Oktober 1934, 132 — Von Jevtić zu Stojadinović, 136 — Der Kampf ums Konkordat, 139 — Serbische Pläne für Kosovo, 146 — Kroatischer Widerstand, Oktober 1934 bis Februar 1939, 148 — Stojadinović - Mussolini - Hitler, 151 — Der Sturz von Stojadinović und der "Sporazum" zwischen Cvetković und Maček, 153 — Der Zusammenbruch, 158

4 Der Zweite Weltkrieg und der Partisanenkampf 163
Das faschistische Kroatien (164-185) - Ustaša-Ideologie, 169 — Politik des Völkermords,
171 — Faschismus, Zwangskonversionen und die Rolle der Katholischen Kirche, 173 — Beziehungen zu den Achsenmächten, 184 — Das besetzte Serbien (185-194) — Konzentrationslager in Serbien, 188 — Nationale Ideologie und Klerikalismus, 189 — Kontakte mit den Četniks, 191 — Der Neubacher- Plan, 192 -Andere Besatzungszonen (194-203) — Das besetzte Slowenien, 194 — Die ungarische Besatzungszone, 197 — Das Banat, 198 - Die bulgarische Besatzungszone, 199 - Die italienische Besatzungszone - Montenegro, Kosovo,
200 - Der Widerstand (Juni bis Dezember 1941) 203 — Die Četniks, 207 — Die Partisanen (215-222) — Tito als Führungsgestalt, 215 — Die Partisanen und die Alliierten, 216 — Die Partisanen in Makedonien, 219 — Die Partisanen im besetzten Kosovo, 220 — Nach der italienischen Kapitulation (222-228) — Der AVNO/ setzt eine provisorische Regierung ein, 223 — Die Politik der Partisanen in der Vojvodina und im österreichischen Kärnten, 225 — Massaker in Bleiburg und Kočevje, 227 — Das Zahlenspiel, 228

5 Fröhliche Genossen? Tito, Stalin und die Geburt des zweiten Jugoslawien
(1945-1951) 231
Die Delegitimierung der Opposition (233-237) — Der Prozess gegen Draža Mihailović, 234 — Der Prozess gegen Erzbischof Stepinac, 235 — Die Zerschlagung der Demokratie, 237 — Träume von "Groß-Jugoslawien" (243-248) — Gebietsansprüche in Italien und Österreich, 243 — Der griechische Bürgerkrieg, 245 -Aspirationen auf Albanien und Bulgarien, 246 — Das sowjetisch-jugoslawische Zerwürfnis (248-260) — Reibungen, 249 - Angreifen oder nicht angreifen?, 253 — Der Einfluss des Bruchs auf die auswärtigen Beziehungen Jugoslawiens, 257 — Der Einfluss des Bruchs auf die Innenpolitik, 258

6 Ein neuer Traum wird geträumt (1950-1962) 261
Verdrossene Emigranten und Faschisten in den Bergen, 263 — Von den Arbeiterräten zur Djilas-Affäre, 268 — Das Scheitern der Kollektivierung, 275 — Der Krieg gegen die organisierte Religion, 277 - Die sowjetisch-jugoslawischen Beziehungen und die Entwicklung der jugoslawischen Ideologie, 281 — Wandlungsdruck, 1957-1961,287

7 Die Reformkrise (1962-1970) 290
Liberale, Konservative und die Wirtschaft, 292 — Wirtschaftliche Reform als Stimulans für Systemwandel, 296 — Die Politisierung der Reform, 299 — Der Sturz von Ranković, 304 — Die Vorherrschaft des national-liberalen Bündnisses, 306 — Desintegration des Bündnisses, 310

8 Aufstieg und Fall des jugoslawischen Liberalismus (1967-1973) 314
Die wirtschaftliche Ausbeutung, 314 — Die kulturelle und demographische Bedrohung, 317 — Antikroatische Manipulationen in Schulbüchern, 317 — Die Sprachvereinheitlichung und ihre Widersacher, 318 — Die Bedrohung der demographischen Verdrängung, 320 — Die Kampagne zur Abspaltung Dalmatiens, 322 — Die kroatische Gegenreaktion (324-331) - Der Wendepunkt, 325 — Die Revision der kroatischen Verfassung, 329 — Das nationalistische und liberale Echo in den anderen Republiken (332-341) — Die serbischen Liberalen, 336 — Der slowenische Liberalismus, 338 — Das liberale Echo in Makedonien, 340 — Der Kampf im (Macht-)Zentrum, 341 — Das letzte Gefecht der kroatischen Liberalen, 343 — Das Kartenhaus stürzt ein, 351 — Die Säuberungsaktion gegen die Liberalen dauert an, 358

9 Die Auseinandersetzungen im Bereich der Wirtschaft (1965-1990) 360
Der Interessenkonflikt, 361 — Die Wirtschaftshilfe für die unterentwickelten Regionen, 363 — Die Kluft nimmt zu (365-375) — Makedonien, 370 — Bosnien und Herzegowina, 370 — Montenegro, 572 — Kosovo, 373 — Unterentwickelte Gebiete in anderen Republiken, 375 — Die Gründung des Entwicklungsfonds (376-381) — Die Kontroversen über die Förderkriterien dauern an, 377 — Letzte Kämpfe um den Entwicklungsfonds, 380 — Die Kontroversen über den Straßen- und Eisenbahnbau, 381 - Die Stabilisierung der Wirtschaft, 1984-1990, 385

10 Nationalistische Spannungen (1968-1990) 388
Die muslimische Frage, 388 — Albanischer Nationalismus in Kosovo, 399 — Die kroatische Frage, 417 — Das slowenische Syndrom, 424 — Wirrungen in Montenegro, 429 — Makedonien und die Makedonier, 430 — Das serbische "Erwachen", 433

11 Die Legitimitätskrise (1974-1989) 439
Von der Verfassung hin zu "Demokratie und Sozialismus", 440 — Leben ohne Tito, 442 — Das Reformstreben, 1981-1987, 450 — Der Kampf eskaliert, 1987-1989, 454 — Ein Sonderparteitag?, 457

12 Heil Cäsar! Der Aufstieg des Slobodan Milošević 459
Vom Bürokraten zum Politiker, 460 — Die erste Phase: Der Machtaufbau in Serbien, 467 — Die zweite Phase: Die Eroberung der Provinzen, 469 — Die dritte Phase: Der Verfassungsumsturz, 475 — Die Folgen der Repluralisierung, 477 — Schlittern in die Katastrophe, 482

13 Der Weg in den Krieg 487
Slowenien versus Serbien, 487 — Ein nationalistischer Flächenbrand, 492 — Debatten über die Armee, 495 — Der Zusammenbruch der Partei, 499 — Chaos oder Zersplitterung, 500

14 Der Jugoslawien-Krieg: Phase 1 (1991) 510
Serbien entscheidet sich für Krieg, 511 — Eine letzte Chance auf Frieden?, 516 — Rivalisierende Legitimitätsansprüche und alternative Wahrnehmungen, 520 — Der Krieg in Slowenien, 524 - Der Krieg erfasst Kroatien, 531 – Internationale Aspekte, 537 - Die Divergenzen innerhalb der Republiken, 541 - Eskalation und Waffenruhe, 546

15 Der Jugoslawien-Krieg: Phase 2 (1992-1995) 551
Als der Westen noch im Schlummer lag, 552 — Rivalisierende Ideologien (558-570) — Der großserbische Nationalismus, 559 — Der großkroatische Nationalismus, 562 — Izetbegovics Paprika-Eintopf, 564 — Die liberale Opposition, 566 — Im Höllenpfuhl (März bis Dezember 1992), 570 — Der Krieg zwischen Kroaten und Muslimen (Oktober 1992 bis Februar 1994), 579 – Serbische Gebietsansprüche und gescheiterte Friedenspläne (Dezember 1992 bis März 1995), 588 — Noch mehr Friedenspläne, 591 — Die Errichtung der "Schutzzonen" und das Patt (593-607) — Die Nato als militärischer Arm der Vereinten Nationen?, 594 — Machtprobe in Gorazde, 598 — Waffen aus dem Iran, 601 — Der Aktionsplan der Europäischen Union vom Juli 1994, 603 — Das schwankende militärische Kräfteverhältnis, 605 — Hartes Durchgreifen: Das Blatt wendet sich (März bis August 1995) (607-623) - Die Nato will andere Saiten aufziehen, 609 — Kroatien greift im "Sektor West" hart durch: Die Operation "Blitz" (Bljesak), 610 — Mladić zieht andere Saiten gegenüber der UN auf, 612 - Gefährliche Eskalation, 612 — Die serbischen Angriffe auf Srebrenica und Zepa, 615 — Die Operation "Sturm" (Oluja), 621 — Die Nato-Luftangriffe und die Zeit danach, 623 — Abrechnung der Kriegskosten, 625

16 Ein Frieden mit Makeln: Bosnien und Herzegowina nach Dayton 631
Die Struktur von Dayton, 633 — Schwierige Anlaufphase, 636 — Frieden und Sicherheit, 640 — Rückkehr nach Hause: ein langsamer Prozess, 643 — Die Geister, die man rief, wird man nicht mehr los: Der Kampf gegen den Hass, 646 — Der Kampf gegen die Korruption, 649 — Die Verhaftung der Kriegsverbrecher, 652 — Von Petritsch zu Ashdown, 658 — Der Aufbau von Demokratie, 662 — Schlussfolgerung: Ist Dayton revisionsbedürftig?, 666

17 Das dritte Jugoslawien und danach (1992-2005) 668
Die Kontrollstrategie von Milošević, 670 — Serbien im Kriegszustand, 673 — Pseudo-heldenhafter Eskapismus und der Lohn des Krieges, 677 — Ein Sieg für die Opposition, 680 — Das Rätsel wird gelöst (März 1997 bis Mai 1998), 685 — Die Spannungen in Kosovo 1991-1999, 689 — "Bis Birnams Wald auf Dunsinan anrückt", 698 — Milošević letzte Chance, 700 — Der Sturz, 706 - Vom prekären Duumvirat zu neuer Hoffnung, 715 — Koštunicas Rückkehr, 722

18 Die UNMIK, die KFOR und die Zukunft Kosovos 729
Interethnische Spannungen, 737 — Friedenswahrung kaum möglich?, 740 — Die Auswirkungen des Sturzes von Milošević, 742 — Zukunftsalternativen, 744 — Auf dem Weg zur Unabhängigkeit, 746 — Das Scheitern der Versöhnung, 750

19 Auf getrennten Wegen: Slowenien, Makedonien und Kroatien 755
Allgemeine Betrachtungen, 756 — Das slowenische Modell (758-774) — Demokratisierung 759 - Rechtsstaatlichkeit, 761 - Gleichberechtigung, 764 – Toleranz und Intoleranz, 766 — Bildung und Werte, 768 — Kontroversen über die Vergangenheit, 772 — Die Zukunft der slowenischen Politik, 772 — Makedonien: Stabil, aber verarmt (775-799) — Demokratisierung, 717 — Rechtsstaatlichkeit, 780 — Interethnische Ungleichheit und Spannungen, 785 — Bildung und Werte, 788 — Ungleichheit der Geschlechter, Ungleichheit der Religionen, 790 — Die Aussichten für die Stabilität Makedoniens und seine europäische Integration, 792 — Das Abkommen von Ohrid und die Folgezeit, 794 — Die Zukunft Makedoniens, 797 — Kroatien seit 1990 (799-817) — Rechtsstaatlichkeit und Eröffnungssalven, 801 — Das Spannungsfeld der Symbole, 803 – Demokratisierung und Korruption, 805 — Interethnische Beziehungen und Toleranz, 807 - Ungleichheit der Geschlechter und sexuelle Intoleranz, 809 - Bildung und Werte, 812 — Zusammenarbeit mit dem Haager Kriegsverbrechertribunal, 814

20 Schlussbetrachtung 818
Das erste Jugoslawien, 823 — Der Faschismus der Kriegszeit und das zweite Jugoslawien, 825 — Das dritte Jugoslawien, 826 — Ein Resümee, 828

Abkürzungsverzeichnis 831
Tabellenverzeichnis 834
Glossar 836
Auswahlbibliographie 838
Archivalien, 838 — Andere unveröffentlichte Quellen, 839 — Quellenpublikationen,
Memoiren, Tagebücher, Autobiographien, 839 — Offizielle Dokumente/
Parteien, 840 — Offizielle Dokumente/Regierungen, 841 — Sammelbesprechungen,
842 - Sekundärliteratur, 843
Personenregister 862
Orts- und Sachregister 880III


The Making and Unmaking of Yugoslavia

Sabrina P. Ramet analyses the history of the "three Yugoslavias": the interwar kingdom (1918–41), socialist Yugoslavia (1945–91), and the Yugoslav state created in 1992, consisting of Serbia and Montenegro. She examines the successes and failures of the state-building process in the three Yugoslavias. Therefore Ramet focuses in particular on the themes of political legitimacy, political development, and nationalism. The basic thesis Ramet pursues is that, in all three Yugoslavias, there was a permanent crisis of legitimacy, rooted in its elites' failure to resolve the dual challenges of state-building and legitimation.


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