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Reine kräftige Farben, goldene Gründe und rote Kulissen – verschiedene Zugänge zum Einsatz von Farbe im Mittelalter

Eine Rezension von Andreas Uhr

Bennewitz, Ingrid; Schindler, Andrea (Hg.): Farbe im Mittelalter. Materialität - Medialität - Semantik. Berlin: Akademie Verlag, 2011.

In insgesamt 70 Beiträgen, die sich auf zwei Sammelbände verteilen, setzen Mediävisten unterschiedlicher Disziplinen jeweils eigene Akzente in der Behandlung des übergreifenden Themas von Farbe und Farbigkeit im Mittelalter. Entsprechend vielfältig sind nicht nur die Untersuchungsgegenstände, sondern auch die Zugänge zu denselben: Diese reichen von der einstigen Beschaffung und Verarbeitung einzelner Pigmente, über Fragen nach ihrem materiellen und ideellen Wert, bis hin zur Beschäftigung mit möglichen Sinndimensionen des Farbgebrauchs in konkreten Kontexten. Etymologische Herleitungen von Farbbezeichnungen stehen neben Beobachtungen zur Terminologie in Rezeptbüchern und der Funktionalisierung von Farbangaben in literarischen Texten.


In einem Punkt ist sich die mediävistische Forschung einig: Zum Thema Farbe besteht großer Forschungsbedarf – so der Tenor auf dem 13. Symposium des Mediävistenverbandes. Dieses fand mit mehr als 140 Vorträgen im März 2009 zum Thema Farbiges Mittelalter?! Farbe als Materie, Zeichen und Projektion in der Welt des Mittelalters in Bamberg statt. Die für das Symposium angelegte Internetseite hält die Abstracts der in den Sektionen gehaltenen Vorträge bereit.
Die 70 nunmehr in den Akten zum Symposion vorgelegten Beiträge dokumentieren einen Querschnitt der behandelten Themen. Mit der Unterteilung in vorgeschaltete Plenarvorträge und anschließende Sektionsvorträge wurde der Ablauf des Symposiums grob beibehalten. Jedoch erfuhr die Auswahl letzterer eine Neugruppierung. Thematisch liegt der Schwerpunkt des ersten Bandes auf der Materialität der Farbe. Er hält 17 Beiträge zur Farbe im architektonischen Raum und in der Malerei (S. 65–294) und neun weitere zur Terminologie der Farben (S. 295–435) bereit. Das Spektrum der Aufsätze reicht von kurzen Fallstudien aus der restauratorischen Praxis über die praktische Verarbeitung einzelner, teils symbolisch aufgeladener Materialien bis hin zu Überlegungen zur Bezeichnung von Pigmenten und Farbmitteln in ausgewählten Rezeptbüchern. Inhaltlich wendet sich der zweite Band stärker den Bereichen der Medialität und Semantik der Farbe zu, was bereits die Gruppierung der Beiträge zeigt: Farbe in der höfischen Literatur (S. 437–678), Farbe und Religion (S. 679–816), Farbe im theologischen und politischen Weltbild des Mittelalters (S. 817–955) und Farbe in Sachtexten (S. 957–1045). In Erweiterung der publizierten Beiträge ist die Bereitstellung zusätzlicher Materialien auf der genannten Internetpräsenz geplant.

Die einleitenden Plenarvortäge weisen jeweils auf Tendenzen in der Auseinandersetzung mit dem Oberthema hin und bilden eine Folie für die anschließenden Sektionsvorträge. Der Germanist Peter Strohschneider macht in seinem Beitrag zu den Mediävistiken im Sinne einer pluralistischen Mittelalterforschung (S. 15–30) auf die zwischen Theoretikern und Praktikern verlaufenden Konfliktlinien innerhalb des Wissenschaftssystems aufmerksam. Sie gelte es produktiv zu nutzen, da sie für die historischen Wissenschaften konstitutiv seien. Denn letztlich "braucht Wissenschaft neben der Nähe zum Material auch die Distanz theoretischer Reflexion: Gehalt und Methode!" (S. 17). Für die ältere kunsthistorische Forschung stellt Peter Kurmann (S. 31–46) pointiert fest: "Die sich selbst genügende Stilgeschichte kam problemlos ohne Farben aus" (S. 33). Ältere Veröffentlichungen verzichteten vielfach ganz oder zumindest in weiten Teilen auf Illustrationen. Selbst wenn ein im Original farblich gestaltetes Objekt zur Abbildung kam, erfolgte die Wiedergabe oft nur in Schwarz-Weiß. Nicht zuletzt daher wurde der strukturbildende Einsatz von Farbe in der Architektur bisher kaum beachtet. Laut Kurmann erfolgte dieser ganz im Sinne Ovids, der in seinen Metamorphosen (II,5) sinngemäß schrieb, dass jedes Material der künstlerischen Form unterzuordnen sei (vgl. S. 43).

In verschiedenen Beiträgen wurde betont, dass Materialuntersuchungen zur Bestimmung der eingesetzten Pigmente und Farbmittel bislang nur für wenige ausgewählte Objekte vorliegen. Das erkenntnisfördernde Potential derartiger Untersuchungen hebt etwa Anja Grebe (S. 127–139) hervor, da sich auf ihrer Grundlage die bereits in zeitgenössischen Traktaten angeführte Pigmentsymbolik an konkreten Objekten überprüfen lasse. Bei allen Überlegungen zum Thema Farbe ist zudem grundsätzlich zu berücksichtigen, dass der heutige Farbeindruck allenfalls eine ungefähre Vorstellung der ursprünglichen Farbgestaltung ermöglicht, während der natürliche Alterungsprozess der Materialien unaufhaltsam fortschreitet. Im ersten Band werden solche technisch objektivierten Messergebnisse von verschiedener Seite mit der menschlichen Farbwahrnehmung kontrastiert. Letztere ist derart individuell geprägt, dass ein Vergleich der Aussagen zu einzelnen Farbwerten ohne weiterführende Kriterien kaum praktikabel erscheint. Daher sollte zur Objektivierung und Vergleichbarkeit von Farbbeschreibungen auf Pigmentnamen zurückgegriffen werden, womit zugleich dem trügerischen Eindruck veränderter Farbigkeit zu begegnen sei. Da dies bezogen auf den Materialeinsatz stilkritische Beobachtungen zur Unterscheidung einzelner Künstler und Werkstätten stärken könne, sollten die bisher nur in Teilen erforschten Rezeptbücher verstärkt berücksichtigt werden. In ihrem Beitrag fragen Doris Oltrogge und Robert Fuchs (S. 221–234) exemplarisch nach den möglichen Funktionen zweier Rezeptsammlungen (Kölner Musterbuch und Trierer Malerbuch), was sie mit einem kurzen Einblick in die Bedeutung naturwissenschaftlicher Analysen und der experimentellen Rekonstruktion verbinden. Jedoch wurden die angesprochenen Pigmentnamen im mittelalterlichen Werkstattbetrieb nicht ausnahmslos zur Farbbezeichnung herangezogen, wie die Auswertung der sogenannten Straßburger Rezeptbuchgruppe durch Sylvie Neven und Robert Möller (S. 377–394) zeigt.

Sowohl in den Rezeptbüchern als auch in einigen vorliegenden Beiträgen stellt der Gebrauch von Gold in der Bildenden Kunst ein verbindendes Element dar. So beschäftigen sich Anna Bartl und Manfred Lautenschlager (S. 275–282) mit der Glanzvergoldung, die als fester Bestandteil der Rezeptbuchliteratur gilt. Dies zeigt sich nicht zuletzt daran, dass sich mit Assis eine relativ einheitlich gebrauchte lateinische Terminologie für die Grundierung der Vergoldung herausgebildet hatte, welche im Laufe des 16. Jahrhunderts im deutschen Sprachraum vom Frühneuhochdeutschen goltgrundt oder grunndt abgelöst wurde (vgl. S. 276 f.). Unter Beachtung des sich verändernden kunsthistorischen Zugangs zum Material verdeutlicht Pia Rudolph (S. 283–294), dass man sich in der mittelalterlichen Kunst der Eigenschaften des eingesetzten Materials zur Wiedergabe von Licht bediente, worauf auch Grebe hinweist (vgl. S. 129), so dass die Leuchtkraft des Goldes als numinoses "Eigenlicht" zu deuten sei (vgl. S. 285). Auf das Problem der adäquaten Wiedergabe von Metallauflagen in Computersimulationen macht Friedrich Fuchs aufmerksam (vgl. S. 89–91).

Neben Hinweisen zum Umgang mit Gold finden sich nicht nur in den Rezeptbüchern, sondern auch in den Beiträgen immer wieder Beobachtungen zur Farbe Rot. Eine "Palette von theologischen An- und Sinndeutungen" (S. 252) hierzu bietet der Beitrag von Patrizia Carmassi (S. 251–273). Für den Parzival von Wolfram von Eschenbach zeigt Andrea Schindler (S. 461–478) mit "ein ritter allenthalben rôt" den sinntragenden Gebrauch der Farbe Rot zur Strukturierung der Handlung innerhalb der Romanwelt auf. Den möglichen Realitätsbezug literarischer Kleiderbeschreibungen dieses Versromans untersuchte Katrin Kania (S. 213–220) anhand einiger archäologischer Funde. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass diese realistisch sein könnten, sich aber kaum Textilien in guter Qualität erhalten haben. Unter Berücksichtigung literarischer Freiheiten liefern diese Beschreibungen somit einen wichtigen Anhaltspunkt zur Bestimmung der farbigen Gestaltung mittelalterlicher Kleidung. Offenbar dominierten reine kräftige Farben (Grün, Rot, Blau, Gelb, Braun und Schwarz), die ohne weiteres auf Pflanzenbasis färbbar sind.
Dem Aspekt von "Farbe und Farbwirkung in der Bildstickerei" widmen sich Birgitt Borkopp-Restle und Stefanie Seeberg (S. 189–221). Sie stellen heraus, dass farbige Textilien einst Erzeugnisse waren, deren enormer Wert "für uns heute kaum nachvollziehbar" (S. 189) ist. Diese Wertschätzung beruhte wesentlich auf der Farbigkeit der Stickerei, die mittels verschiedener Sticktechniken unter Ausnutzung von Effekten der Lichtbrechung und Lichtreflexion zur vollen Ausprägung kam. Es konnte nachgewiesen werden, dass Arbeiten, die heute vielfach als Weißleinenstickereien bezeichnet werden, in der Regel auch mehrfarbig ausgeführt waren, was bisher aufgrund der mangelhaften Farbbeständigkeit des Leinens kaum beachtet wurde.

Neben den genannten finden sich speziell im Hinblick auf die Medialität und Semantik noch weitere Zugänge zum Thema Farbe im Mittelalter. Diese beruhen zum Teil auf der etymologischen Untersuchung von Farbbezeichnungen, aber auch auf Konzepten von Alterität und Transgression. Der 'rote Faden' der Beiträge besteht in der Erkenntnis, dass farbliche Ausgestaltungen nicht zufällig, sondern bewusst und vielfach sogar strukturbildend erfolgt sind. Hierbei ist der jeweilige Kontext zu beachten, da sich Aussagen zum Farbeinsatz nicht pauschalisieren lassen.


Bennewitz, Ingrid; Schindler, Andrea (Hg.): Farbe im Mittelalter. Materialität – Medialität – Semantik. Akten des 13. Symposiums des Mediävistenverbandes vom 1. bis 5. März 2009 in Bamberg. Berlin: Akademie Verlag, 2011. 2 Bde., 1130 S., Hardcover-Bindung, 128,- Euro. ISBN 978-3-05-004640-2


Inhaltsverzeichnis

11 Vorwort

Plenarvorträge
15 Peter Strohschneider: Mediävistiken und Wissenschaftssysteme
31 Peter Kurmann: Als die Kathedralen farbig waren
47 Gerd Althoff: Finsteres Mittelalter?! Zur Dekonstruktion eines Klischees

Sektionsvorträge
Farbe im architektonischen Raum und in der Malerei
67 Achim Hubel: Das Phänomen der farbigen Fassung von Steinskulpturen in mittelalterlichen Kirchenräumen
81 Friedrich Fuchs: Computersimulation farbig gefasster Steinskulpturen im Regensburger Dom
95 Paul Bellendorf: Hochaufgelöste 3D-Dokumentation mittelalterlicher Oberflächen
103 Stephanie Hoyer: Der Umgang mit fragmentarisch überlieferter Kunst am Beispiel der Bamberger Dominikanerkirche
115 Klaus Niehr: Farbe benennen. Wahrnehmung und Wiedergabe farbiger Architektur des Mittelalters in der Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts
127 Anja Grebe: Zwischen Material und Medium. Überlegungen zur Farbästhetik in der Buchmalerei des 11. Jahrhunderts
141 Hans Rohrmann: Die Polychromie eines ottonischen Kruzifixes. Überlegungen zur Restaurierung eines Kreuzes aus Schaftlach
149 Michael Overdick: Illustration und Interpretation. Die dekorativen Ausmalungssysteme spätromanischer Kirchenbauten im Rheinland
159 Gertrud Blaschitz: Farbiger Innenraum – genealogische Metapher? Barlaam- und Josaphat-Fresken in der Kremser "Gozzoburg"
175 Katja Schröck: Der Dom zu Meißen: Ein steinsichtiger Bau im farbigen Mittelalter?
189 Birgitt Borkopp-Restle, Stefanie Seeberg: Farbe und Farbwirkung in der Bildstickerei des Hoch- und Spätmittelalters. Textilien im Kontext der Ausstattung sakraler Räume
213 Katrin Kania: Das Blaue vom Himmel gelogen oder bunt wie das Leben selbst? Kleiderbeschreibungen in Wolframs von Eschenbach 'Parzival' und archäologische Funde im Vergleich
221 Doris Oltrogge, Robert Fuchs: Farbe in der Buchmalerei. Rezeptliteratur und Befunde
235 Delia Kottmann: Farbliche und ikonographische Auswahl im Apokalypsezyklus Saint-Savins
251 Patrizia Carmassi: Purpurismum in martyrio. Die Farbe des Blutes in mittelalterlichen Handschriften
275 Anna Bartl, Manfred Lautenschlager: Die Farbe des Goldes. Glanzvergoldung in der Buchmalerei des Mittelalters
283 Pia Rudolph: Goldenes Mittelalter. Zur Verwendung von Gold im Hoch- und Spätmittelalter aus kunsthistorischer Sicht unter besonderer Berücksichtigung des Goldgrundes

Terminologie der Farbe
297 Marina Linares: Kunst und Kultur im Mittelalter. Farbschemata und Farbsymbole
313 Barbara Schäfer-Priess: 'Blau', 'blass' und 'blond'. Zu Bedeutung und Etymologie von altfranzösisch blo/bloi
327 Hans-Jürgen Diller: Die Entwicklung des englischen Farbwortschatzes. Möglichkeiten und Perspektiven ihrer Erforschung
341 Nicole Meier: Farbwörter im Mittelschottischen
351 Elmar Eggert: Die Farbwörter in zwei spanischen Übersetzungen der Enzyklopädie DPR des Bartholomaeus Anglicus
367 Rudolf Suntrup, Christel Meier-Staubach: Farbenbedeutung im Mittelalter. Handbuch und Daten-CD
377 Sylvie Neven, Robert Möller: The Terms of Colours and their Changes in the Strasbourg Family Texts
395 Oleksandr Oguy: 'Farbige' Mentalität im Mittelalter. Eine quantitative Rekonstruktion
419 Birgit Herbes, Kristin Rheinwald: Und ir rôsevarwer rôter munt … der was sô minneclîch gevar. Über konkrete und unkonkrete Farbbezeichnungen mit -var im Mittelhochdeutschen

Farbe in der höfischen Literatur
439 Claudia Lauer: Bunter Zufall? Farben und Farbsemantiken in der ,Krone' Heinrichs von dem Türlin
461 Andrea Schindler: ein ritter allenthalben rôt. Die Bedeutung von Farben im Parzival Wolframs von Eschenbach
479 Britta Bussmann: wîz alse ein swane – brûn alse ein bere – rôt. Zur Funktion farblicher Parallelisierungen in Heinrichs von Veldeke ,Eneasroman'
493 Beatrice Michaelis: Farbspiele in 'Kudrun' und ,Parzival'
505 Viola Wittmann: Bunte Hunde. Zur narrativen Funktion tierischer Farbexoten im höfischen Roman
521 Corinna Virchow: 'Partonopier und Meliur' im Zauberlicht. Farbe im Schatten auf der Liebe
537 Tanja-Isabel Habicht, Björn Reich: Die Farbe der Erinnerung
551 Silvan Wagner: Die Farben der Minne. Farbsymbolik und Autopoiesie im 'Gürtel' Dietrichs von der Glezze
567 Achim Diehr: Musikalisches Blendwerk oder strukturierendes Element. Melodische Wiederholungen in den Leichs Alexanders und Frauenlobs
583 Susanne Knaeble: Der colorierte Sippenkörper in Wolframs Parzival
597 Grazyna Maria Bosy: Die "farbige" Traumwelt des Mittelalters am Beispiel der romanischen Lyrik
615 Siegrid Schmidt: Farbige Bilder, bunte Verse: Planetenkinder in der Handschrift UB Salzburg M III 36 und beim Mönch von Salzburg
631 Susanne Reichlin: Zwischen heilsgeschichtlicher Indexikalität und Exotisierung. Farben im Reisebericht des Jean de Mandeville
647 Carmen Cardelle de Hartmann: Sinndimensionen der weißen Haut in der lateinischen Literatur des Mittelalters
665 Martina Giese: Kostbarer als Gold. Weiße Tiere im Mittelalter

Farbe und Religion
681 Mihai-D. Grigore: Weiße Pilger, rote Verdammte. Farben und Heilsordnungen am Beispiel der mittelalterlichen Hagiografie
693 Ingvild Richardsen: Edelsteinallegorese. Farbe als religiöser Zeichenwert in der Dichtung 'Vom Himmlischen Jerusalem' der Vorauer Handschrift
711 Elisabeth von Erdmann: Der Blick Gottes. Licht- und Farbgebung der russischen Ikonen
727 Hanns Peter Neuheuser: Auf dem Weg zum liturgischen Farbenkanon. Die Farbenbedeutung im liturgischen Zeichensystem des Mittelalters
749 Jürgen Barsch: Farbiger Gottesdienst. Zur Bedeutung der liturgischen Farben in Vollzug und Wahrnehmung der Liturgie im Mittelalter
767 Regina Toepfer: Das Leiden Christi in Farbe. Die Funktion der Bühnenanweisungen im 'Donaueschinger Passionsspiel'
781 Marzena Górecka: Die Lichtmetaphorik im Fließenden Licht der Gottheit Mechthilds von Magdeburg
791 Wendelin Knoch: Visionäre Farbigkeit. Anmerkungen zum Liber Scivias der Äbtissin Hildegard von Bingen (1098–1179)
803 Lydia Wegener: Dâ daz ouge die varwe sol bekennen, dâ muoz ez von aller varwe gescheiden sîn. Methoden der Wahrnehmungsintensivierung in Texten der Deutschen Mystik

Farbe im theologischen und politischen Weltbild des Mittelalters
819 Uwe Voigt: Was geschieht, wenn Thomas von Aquin rot sieht? Ein Beitrag zur Debatte um die hylemorphistische Erkenntnistheorie
829 Tobias Davids: Color habet duplex esse. Bemerkungen zur Farbentheorie des Thomas von Aquin
839 Thomas Marschler: Sicut se habent colores ad visum, ita se habent phantasmata ad intellectum. Aristotelische Licht- und Farbmetaphorik in der Erkenntnislehre des Thomas von Aquin († 1274)
855 Markus Riedenauer: Wesen und Wirkungen des Lichts bei Bonaventura
869 Patrica-Charlotta Steinfeld: Jüdische Symbole und die Macht ihrer Farben im Mittelalter. Eine gesellschaftspolitische Provokation?
881 Heide Dienst: Identifikatorische Farben in der Diplomatik. Heraldische Farben in Siegelschnüren des 13. Jahrhunderts?
891 Ralf-Gunnar Werlich: Herrschaft, Bild, Figur und Farbe. Zur Konstruktion mehrfeldiger reichsfürstlicher Wappen an der Wende vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit
919 Georg Jostkleigrewe: Noch ein weißer Reiter? Zwei Kaiserbesuche in Paris. Zur Funktion eines politischen Symbols im Spannungsfeld von diplomatischer Inszenierung juristischer Fiktion und kultureller Differenz
933 Sandra Markewitz: "Taten des Lichts". Farbiger Text als Funktion eines Neuen Sehens zwischen Materialität und Imagination
941 Himar Kümper: 'Schwarze Sexualität'. Fragmente zur Archäologie eines modernen Mythos

Farbe in Sachtexten
959 Peter Dilg: Der mittelalterliche Apotheker und die Farben
969 Stefanie Zaun, Hans Geisler: Die Harnfarbbezeichnungen im Fasciculus medicine und ihre italienischen und spanischen Übersetzungen
987 Gundolf Keil: Farbe und Struktur in wundärztlichen Rezeptaren des deutschen Mittelalters
1003 Thomas Dittelbach: Wissenschaft als Kunst denken. Wissenschaftsgeschichtlicher Diskurs zur Optik
1017 Heinz Langhals: Die Farben des Mittelalters aus der Sicht des Naturwissenschaftlers
1025 Gernot Kocher: Die Farben als Elemente einer rechtlichen Aussage
1035 Hans-Joachim Schmidt: Was sind Farben? Fragen und Antworten in der Enzyklopädie von Vinzenz von Beauvais


Pure Vibrant Colours, Golden Groundings, and Red Scenery – Various Approaches in the Use of Colours in Medieval Times

This two volume collection of 70 essays brings together the work of medievalists from various disciplines. While dealing with 'colour' as a comprehensive topic, these medievalists employ multifaceted perspectives. Hence, their objects of study differ and they favour different approaches to explore these objects. Their foci include the acquisition and processing of some pigments in mediaeval times, a search for the material and ideal value, and a look into the possible meanings of colour in concrete contexts. In addition, these medievalists are also interested in the etymological derivations of colour terms, the terminology of recipe books, and the functionalisation of colours in literary texts.



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